Albrecht, Maike: Suizidalität bei Frauen mit Major Depression : Bedeutsamkeit von Entzündungsmarkern, Lipiden, Alexithymie und psychopathologischer Belastung. - Bonn, 2019. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-54395
@phdthesis{handle:20.500.11811/7709,
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author = {{Maike Albrecht}},
title = {Suizidalität bei Frauen mit Major Depression : Bedeutsamkeit von Entzündungsmarkern, Lipiden, Alexithymie und psychopathologischer Belastung},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2019,
month = may,

note = {Vor dem Hintergrund neuerer Ansätze aus Biomarker-Forschung und Psychoneuroimmunologie zur Ätiologie der Suizidalität setzt sich die folgende Arbeit mit dem Einfluss von Entzündungsparametern, Lipiden sowie psychischer Belastung und Emotionsregulation auf Suizidalität bei depressiven Frauen auseinander.
In der Studie wurden stationär behandelte Patientinnen aus der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Bonn retrospektiv anhand der zu Beginn des stationären Aufenthalts erhobenen Routinelaborparameter und psychodiagnostischen Fragebögen untersucht. Patientinnen, bei denen die gemessenen Biomarker aufgrund von bestimmten Einflussfaktoren wie somatischer Komorbidität, Rauchen, Alkohol, Medikation oder ausgeprägter Gewichtsveränderung deutlich beeinflusst wurden, wurden ausgeschlossen. Als Biomarker für Entzündung wurden die CRP- und die Leukozyten-Konzentration herangezogen, als Lipidbiomarker Cholesterin und Triglyceride. Die Emotionsregulationsfähigkeit wurde mittels des Summenwerts der Toronto Alexithymie Skala (TAS-20) gemessen, die psychische Belastung anhand des Global Severity Index der Symptom Checkliste-90-R (SCL-90-R). Neben genannten Faktoren wurden Suizidversuche in der Vorgeschichte sowie aktuelle Suizidgedanken (SCL-Item 15) erhoben.
Insgesamt wurden 254 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 34,6 Jahren mit der Diagnose einer depressiven Episode in die Untersuchung einbezogen. 23 Frauen (9%) zeigten einen oder mehrere Suizidversuche in der Vorgeschichte.
Mittels Kovarianzanalyse (ANCOVA) wurden depressive Patientinnen mit und ohne Suizidversuchen in der Vorgeschichte unter Berücksichtigung aktueller Suizidgedanken als Kovariate hinsichtlich genannter Variablen untersucht. Dabei wurden die in insgesamt sechs Hypothesen operationalisierten Zusammenhänge anhand der jeweiligen Variablen überprüft.
Hypothesen 1a und 1b zu Entzündungsmarkern ließen sich bestätigen, d.h. es zeigten sich bei Frauen mit Suizidversuchen in der Vorgeschichte signifikant höhere CRP-Werte mit einer großen Effektstärke (d=0,81) und Leukozyten-Werte mit einer mittleren Effektstärke (d=0,64). Hinsichtlich der Serumlipide ergaben sich bei depressiven Frauen mit Suizidversuchen in der Vorgeschichte signifikant niedrigere Triglycerid- Konzentrationen mit einer mittleren Effektstärke (d=0,66), nicht jedoch signifikant niedrigere Gesamtcholesterin-Konzentrationen. Somit konnte Hypothese 2b bestätigt werden, nicht jedoch Hypothese 2a. Bei der Prüfung der dritten Hypothese zur Emotionsregulation gemessen anhand des Alexithymie-Summenwerts zeigte sich kein Unterschied zwischen den Untersuchungsgruppen, allerdings konnte ein signifikanter Zusammenhang mit der Kovariate Suizidgedanken identifiziert werden, d.h. Patientinnen mit Suizidgedanken zum Erhebungszeitpunkt zeigten eine signifikant höhere Alexithymie. Zudem wiesen depressive Frauen mit Suizidversuchen in der Vorgeschichte signifikant höhere Werte für psychopathologische Belastung auf, womit Hypothese 4 bestätigt werden konnte.
Diese Befunde lassen sich im Kontext verschiedener bisher entwickelter Konzepte und Erklärungsmodelle, z.B. Inflammationshypothesen psychischer Erkrankungen, stresstheoretische Ansätze und Diathese-Stress-Modelle, diskutieren und decken sich zum Teil mit Befunden anderer Untersuchungen auf diesem Forschungsfeld. Einschränkungen der Vergleichbarkeit mit anderen Studien ergeben sich insbesondere aufgrund methodischer Unterschiede wie z.B. der weiteren Spezifizierung der Variablen oder auch der Operationalisierung von Suizidalität. Limitationen der Studie ergeben sich u.a. aus dem retrospektiven Studiendesign, der Beschränkung auf weibliche Patienten, der hohen Komorbidität der Stichprobe, der relativ kleinen Zahl an Patientinnen mit Suizidversuchen sowie der Unvollständigkeit von Datensätzen.
Weitere Studien zu Markern von Suizidalität sind dringend erforderlich, um Prävention, Diagnostik und Therapie dieser hoch relevanten Symptomatik zu optimieren.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/7709}
}

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