Westhofen, Johannes: Wissen und Einstellung zur Influenza-Impfprävention von Hebammenschülerinnen in Nordrhein-Westfalen. - Bonn, 2019. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-54939
@phdthesis{handle:20.500.11811/7719,
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title = {Wissen und Einstellung zur Influenza-Impfprävention von Hebammenschülerinnen in Nordrhein-Westfalen},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2019,
month = oct,

note = {Einleitung: Die saisonale Influenza stellt jährlich eine erheblich Krankheitslast dar (WHO, 2016; RKI 2017). Obwohl für medizinisches Personal, wie auch für Schwangere die saisonale Influenza-Impfung von der Ständigen Impfkommission empfohlen ist, sind die Impfraten in diesen Subgruppen gering (vgl. Bätzing-Feigenbaum et al., 2017). Hebammen sind als Teilgruppe des medizinischen Personals, wie auch als wichtige Ansprechpartner für Schwangere und Wöchnerinnen an einer Schlüsselstelle, um die Impfraten gegen saisonale Influenza zu beeinflussen (Regan et al., 2016).
Zielsetzung: Erstmalig für Deutschland wurden Einstellungen und Wissensstand von Hebammenschülerinnen bezüglich Impfungen im Allgemeinen, sowie der Influenza-Impfung im Speziellen erfasst.
Methodik
: Im Rahmen einer Querschnittsstudie wurde zwischen Mai und Juli 2017 eine standardisierte schriftliche Befragung aller Hebammenschülerinnen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden sowohl durch Häufigkeitsanalysen, als auch mittels multipler, logistischer Regression ausgewertet.
Ergebnisse:
Alle 10 Hebammenschulen in Nordrhein-Westfalen nahmen an der Befragung teil und Fragebögen von 315 Hebammenschülerinnen (Teilnahmerate: 95,7 %) konnten ausgewertet werden. Nur 8,9% der Teilnehmerinnen, die durchschnittlich 23,5 ± 4,5 Jahre alt waren, gaben an, gegen die saisonale Influenza geimpft zu sein. Das europäische Ziel einer Impfrate in Risikogruppen von 75 % (Kassianos et al., 2016) wird bei den Hebammenschülerinnen somit deutlich verfehlt. Obwohl etwa jede zweite Hebammenschülerin (56,2%) der Meinung ist, dass Hebammen Schwangere bezüglich Impfungen im Allgemeinen beraten sollten, stimmt nur jede Zehnte (10,2%) zu, dass sie einer Schwangeren die Influenza-Impfung empfehlen würde. Speziell zur Influenza-Impfung ist der Wissensstand der Hebammenschülerinnen unzureichend. Insbesondere bezüglich der Effektivität der Impfung, welche 77,8 % der Befragten falsch einschätzten, der möglichen Nebenwirkungen, die nur 5 % der Befragten korrekt einschätzten, sowie der Sicherheit einer Verabreichung während der Schwangerschaft, von der 56,2 % der Befragten nicht überzeugt sind, müssen Wissenslücken dringend geschlossen werden. Das Wissen über die Influenza-Erkrankung ist ebenfalls unzureichend. Insbesondere das hohe Übertragungsrisiko, welches nur von 16,2 % der Befragten korrekt erkannt wurde, sowie die Schwere der möglichen Krankheitsverläufe in Risikogruppen, werden durch die Hebammenschülerinnen nicht ausreichend erkannt. Als wichtigste Akteure zur Beeinflussung des Wissensstandes und der Einstellungen konnten die Hebammenschulen, sowie die zuständigen Haus- und Betriebsärzte identifiziert werden. Letztere erreichen aktuell immerhin zwischen 20-30 % der Hebammenschülerinnen mit Informationen zur saisonalen Influenza und der dazugehörigen Impfung. Das wichtigste Informationsmedium zu Gesundheitsthemen stellt für bis zu 80 % der Befragten das Internet dar. Die Gefahr, insbesondere bei kritischer Auseinandersetzung mit dem Thema, dort auf nicht wissenschaftlich fundierte, ggf. auch falsche Informationen zu stoßen, deutet sich an. Die Studie konnte zudem identifizieren, dass 56,2 % des befragten Hebammennachwuchses bereits zum Befragungszeitpunkt für die Mitwirkung an Impfberatungen von Schwangeren zu gewinnen waren.
Schlussfolgerung: Um die Impfraten gegen saisonale Influenza unter den künftigen Hebammen, wie auch unter denen von diesen betreuten Schwangeren, zu erhöhen, müssen Hebammenschülerinnen stärker durch die Schulen, die zuständigen Haus- und Betriebsärzte, sowie öffentliche Behörden (Landesregierung NRW, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) über die saisonale Influenza und die dazugehörige Schutzimpfung informiert werden. Dies sollte auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse erfolgen und schwerpunktmäßig ein Bewusstsein über Übertragungsrisiko der Erkrankung, sowie Effektivität und Nebenwirkungen der Impfung aufbauen. Das Ziel, einen besseren Schutz von Hebammen, Schwangeren, Wöchnerinnen, Neugeborenen und Kindern gegen Influenza zu erwirken, könnte somit erreicht werden.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/7719}
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