Cohen, Laura: Gestalt und Gehalt der Merkurfigur in der Bildhauerei der Frühen Neuzeit. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-58025
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note = {Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Untersuchung des Wandels in der allegorischen Verwendung des Gottes Hermes/Merkur, insbesondere zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert. Obwohl Merkur wohl die schillerndste Figur der griechischen und römischen Mythologie darstellt, und während die Bedeutung der anderen Götter in zahlreichen Arbeiten beleuchtet wurde, blieb eine kunsthistorische Analyse seines Allegoriepotenzials in der Frühen Neuzeit bislang ein Desiderat, was mit vorliegender Arbeit behoben wird.
Die großen Olympier erfuhren konkrete Zuschreibungen, wie etwa Jupiter als Herrscher des Olymps, Neptun als Gott des Meeres und Pluto als König der Unterwelt. Lediglich Merkur wirkt auf vielfältige Weise und in allen Sphären. Neben seinen Funktionen als Gott der Beredsamkeit, der Kaufleute und der Künstler ist er auch Friedensvermittler und Götterbote, sowohl unter den Olympiern als auch zwischen Göttern und Menschen. In der Frühen Neuzeit erfuhr er einen großen Bedeutungszuwachs und wurde in der öffentlichen Wahrnehmung als eine der wichtigsten allegorischen Figuren anerkannt. Die Renaissance deklarierte ihn zum Gott der Humanisten. Des Weiteren galt er als Personifizierung von Tugenden, derer sich Herrscher selbst oder gegenseitig zu rühmen pflegten. So eignete er sich als allegorische Figur in ganz unterschiedlichen Kontexten, etwa in der Politik, zur Repräsentation von Staat und Herrscher, von politischen Einzelpersonen und Regierungsformen, aber ebenso als Schutzpatron des Handels und der Humanisten, der Astrologie und der Künstler.
Skulpturen und Plastiken, vor allem auf öffentlichen Plätzen, in Gärten und an Gebäudefassaden, eignen sich besonders gut für Repräsentationszwecke, daher fokussiert sich die Analyse der Merkurfigur auf die Gattung der Bildhauerei. Dabei wird an weitgehend chronologisch geordneten Beispielen aufgezeigt, welchen Bedeutungszuwachs die Merkurfigur zwischen 1500 und 1800 erfuhr, welche neuen Attribute ihm zugeschrieben wurden und wie sich diese aus der Veränderung der gesellschaftlichen Normen und Werte ergaben. Durch wiederholte Rückverweise auf die Antike lässt sich hierbei die Genese von neuen ikonografischen Formen deutlich ablesen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts nimmt die Bedeutung allegorischer Figuren aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen allmählich ab, weshalb sich diese Untersuchung auf genannten Zeitraum beschränkt.
Die kunsthistorischen Beispiele – prägnante bildhauerische Werke aus verschiedenen Kontexten – sind regional breit gefächert, von Deutschland über Italien bis Frankreich und den Niederlanden. Beginnend mit der Merkurskulptur von Jacopo Sansovino in Venedig wird die Entwicklungsgeschichte des Gottes anhand des Mercurio volante von Giambologna, des Merkur von Antoine Coysevox in Paris und jenes von Jean-Baptiste Pigalle in Berlin aufgezeigt. Des Weiteren sind der Merkur von Antonio Minelli in London, der Merkurbrunnen von Adriaen de Vries in Augsburg, der Merkur am Rubenshaus in Antwerpen, der Merkur von Augustin Pajou sowie die Merkur-Skulpturen von Veitshöchheim und Pommersfelden wichtige Werke für die vorliegende Studie.
Diese Untersuchung beleuchtet die stetige Erweiterung des Merkur’schen Allegoriepotenzials in dieser Zeit. Neben seinen anderen Fähigkeiten steht er nun auch als Erwecker der Künste da, als Verkünder von Ruhm und Frieden und als Gott der Freiheit. Er dient nicht nur der Selbstdarstellung von Fürsten und Prominenten, sondern gilt auch als ersehnter Patron für ein ungeborenes Kind und dient zur Darstellung von Nächstenliebe.},

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