Görtz, Viola: Prospektive Langzeituntersuchung der kognitiven Funktion nach transvaskulärer Aortenklappenimplantation (TAVI). - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-58161
@phdthesis{handle:20.500.11811/8357,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-58161,
author = {{Viola Görtz}},
title = {Prospektive Langzeituntersuchung der kognitiven Funktion nach transvaskulärer Aortenklappenimplantation (TAVI)},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2020,
month = may,

note = {Einleitung: Die Aortenklappenstenose ist die dritthäufigste kardiovaskuläre Erkrankung und das häufigste erworbene Klappenvitium. Seit Einführung der TAVI 2002 hat sich inzwischen herausgestellt, dass sie auch für Patienten mit hohem operativem Risiko eine gleichwertige Alternative zum chirurgischen Aortenklappenersatz darstellt und sogar bei Patienten mit mittlerem Risiko dem chirurgischen Klappenersatz nicht unterlegen ist. Der kathetergestützte Aortenklappenersatz ist trotz vieler Vorteile mit dem Auftreten von postprozeduralen zerebralen mikroembolischen Ereignissen assoziiert, welche möglicherweise zu einer Verschlechterung der kognitiven Funktionen führen. Ziel dieser Studie war es, sowohl den Verlauf der kognitiven Funktion nach TAVI als auch die Auswirkungen der zerebralen Mikroembolien über einen langfristigen Untersuchungszeitraum mit Hilfe einer neuropsychologischen Testbatterie zu erfassen.
Methode: Bei insgesamt 32 Patienten, die an der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikum Bonns eine TAVI erhielten, wurde die kognitive Funktion anhand der neuropsychologischen Testbatterie (RBANS) zu einem durchschnittlichen Untersuchungszeitpunkt von 3,5 Jahren nach TAVI objektiviert und retrospektiv mit den Ergebnissen 3 - 7 Tage vor (E1) und 2 - 14 Tage nach (E2) TAVI verglichen. Die Patientencharakteristika vor der Intervention, peri-prozedurale Charakteristika und die in der dw-MRT objektivierten und quantifizierten zerebralen Mikroembolien wurden hinsichtlich ihres Einflusses auf die kognitive Funktion untersucht.
Ergebnisse: Die kognitive Leistungsfähigkeit der Patienten, die für den kathetergestützten Aortenklappenersatz evaluiert wurden, liegt vor der Intervention eine Standardabweichung unterhalb der angenommenen kognitiven Leistungsfähigkeit des Normalkollektivs. Trotz der hohen Morbidität sind sowohl die milde kognitive Störung vor Intervention (12,5 %), als auch das frühe kognitive Defizit nach der Intervention (9 %) insgesamt seltene Ereignisse. Sowohl die Patienten mit milder kognitiver Störung als auch die Patienten mit frühem kognitivem Defizit zeigen im Langzeitverlauf eine Verbesserung der neurokognitiven Funktionen und können das Ausgangniveau wieder erreichen. Das Alter stellt sich als ein abhängiger Risikofaktor für das Auftreten eines frühen kognitiven Defizits dar. Vorangegangene zerebrovaskuläre Ereignisse oder postprozedurale zerebrale Mikroembolien waren nicht mit der kognitiven Verschlechterung nach Intervention assoziiert. Des Weiteren konnten keine negativen Auswirkungen der zerebralen Mikroembolien in der dw-MRT auf die kognitive Leistungsfähigkeit im Langzeitverlauf festgestellt werden. Patienten mit zerebralen Mikroembolien präsentierten über den gesamten Untersuchungszeitraum von 3,5 Jahren keine signifikanten Unterschiede in der kognitiven Leistungsfähigkeit im Vergleich zu Patienten ohne neue Mikroembolien oder ohne Bildgebungsprotokoll.
Schlussfolgerung: Bei 91 % der Patienten zeigte sich trotz des hohen intrinsischen Risikos für eine kognitive Verschlechterung langfristig eine erhaltene kognitive Funktion nach TAVI. In zukünftigen Studien sollte die Optimierung der antithrombotischen Therapie nach TAVI und der Stellenwert der oralen Antikoagulantien in der Prävention und Therapie der Klappenthrombose als einer potenziellen Emboliequelle geklärt werden.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/8357}
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