Lange, Judith: Die Arg219Leu-Variante des humanen 5-HT1A-Rezeptors: Kein Nachweis bei Tourette-Patienten. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-57045
@phdthesis{handle:20.500.11811/8363,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-57045,
author = {{Judith Lange}},
title = {Die Arg219Leu-Variante des humanen 5-HT1A-Rezeptors: Kein Nachweis bei Tourette-Patienten},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2020,
month = may,

note = {Nach einleitender Beschreibung des komplexen Serotoninsystems und der Beschreibung allgemein klinischer Aspekte des Tourette-Syndroms wird der Frage nachgegangen, ob in DNA-Proben von Tourette-Syndrom-Patienten eine Serotoninrezeptor-Variante häufiger vorkommt als in Proben einer gesunden Kontrollgruppe. Hierbei wurde auf das Vorliegen des Basenaustauschs (SNP) CGA657→CTA in der DNA-Probe getestet, der zum Austausch der Aminosäure Arginin gegen Leucin in Position 219 und damit zur R219L-Variante des 5-HT1A-Rezeptors führt. In einer Studie von Lam et al. (1996) war diese Variante des Rezeptorgens in einem Kollektiv von 56 Tourette-Syndrom-Patienten bei einem Patienten gefunden werden. Der Aminosäureaustausch in der R219L-Variante des 5-HT1A-Rezeptors befindet sich in einer Region des Rezeptors, die unmittelbar in die G-Protein-Kopplung involviert ist.
Das Vorkommen der Variante könnte also zu veränderten Eigenschaften des Rezeptors führen, die funktionelle und klinische Relevanz nach sich ziehen könnten. Tatsächlich konnte in einer Studie von Brüss et al. (2005) eine starke Beeinträchtigung der Signaltransduktion über Gi-Protein-Kopplung durch die R219L-Variante nachgewiesen werden. Für die Untersuchung standen DNA-Proben aus einem Kollektiv von 75 Tourette-Syndrom-Patienten und 75 gesunden Kontrollpersonen zur Verfügung.
Die Genotypisierung erfolgte mittels der quantitativen PCR-Methode (qPCR). Für Wildtyp und Variante wurden hierbei TaqMan-Sonden (Oligonukleotide) eingesetzt, die mit unterschiedlichen Fluoreszenzfarbstoffen markiert waren und welche sehr Sequenz-spezifisch entweder mit der DNA des Wildtyps oder der Variante hybridisieren. Die Funktionstüchtigkeit dieses TaqMan-Assays konnte mit cDNA-Proben von Wildtyp und Variante einwandfrei nachgewiesen werden.
Weder in den DNA-Proben der Tourette-Patienten noch in denen der Kontrollgruppe konnte der gesuchte Polymorphismus nachgewiesen werden. Dieser Negativbefund spricht, zusammen mit neuesten Befunden aus der Literatur, für einen extrem seltenen Polymorphismus, der nicht mit dem Tourette-Syndrom assoziiert ist.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/8363}
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