Stuff, Svenja: Wertigkeit von Ganzkörper-PET-CT Untersuchungen zur Tumorsuche bei Autoimmunenzephalitiden. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-57142
@phdthesis{handle:20.500.11811/8392,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-57142,
author = {{Svenja Stuff}},
title = {Wertigkeit von Ganzkörper-PET-CT Untersuchungen zur Tumorsuche bei Autoimmunenzephalitiden},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2020,
month = may,

note = {Zielsetzung: Ziel dieser retrospektiven Studie ist es den Anteil der paraneoplastisch bedingten limbischen Enzephalitis (PLE) am Kollektiv von an limbischer Enzephalitis (LE) erkrankten Patienten mit Temporallappenepilepsie (TLE) zu ermitteln und diesen mit Literaturwerten aus der S1 Leitlinie Paraneoplastische neurologische Syndrome (PNS) der deutschen Gesellschaft für Neurologie zu vergleichen. Es erfolgt zudem eine Auswertung der nachgewiesenen Auto-Antikörper (AK) Klassen. Überdies soll der diagnostische Wert des Ganzkörper(GK)-PET-CT zwecks Tumorscreenings bei LE überprüft werden.
Methode: Retrospektiv wurden 104 Patientenfälle der Klinik für Epileptologie Bonn ausgewertet, welche bei LE mit TLE eine GK-PET-CT Untersuchung zwecks Tumorscreenings erhalten haben. Es erfolgt eine Klassifizierung nach Subtyp der LE, paraneoplastisch oder nicht paraneoplastisch, und eine Kategorisierung der nachgewiesenen AK. Es wird der PLE Anteil bestimmt und mittels Bootstrap Methode ein 95 prozentiges Konfidenzintervall berechnet. Es folgt ein Abgleich mit dem in der Leitlinie zitierten 20 % PLE Anteil an der LE Gesamtheit nach Giometto et al. 2010. Mittels exakten Testes nach Fischer wird eine Abhängigkeit von Tumor-Befund und AK Nachweis geprüft, sowie die Spezifität und Sensitivität der GK-PET-CT Untersuchung ermittelt.
Ergebnisse: Der PLE Anteil liegt bei 6,75 %. Der Literaturwert weicht mit einem Anteil von 20 % signifikant von der Stichprobe und dem generierten Konfidenzintervall (1,92 % - 11,54 %) ab. Ein positiver AK Nachweis liegt bei 41% der Patienten vor. Die größte Gruppe bilden VGKC-Komplex Oberflächen-AK. In der Gesamtheit dominieren intrazelluläre AK. Werden bei einer LE AK nachgewiesen besteht ein um 9,54-fach erhöhtes Risiko für das Vorliegen eines malignen Tumors. Es besteht eine Abhängigkeit von positivem AK Nachweis und positivem Tumorbefund. Für das GK-PET-CT werden eine Sensitivität von 75 % und eine Spezifität von 76,28 % im Tumorscreening errechnet. Ein maligner Tumor wird relativ sicher erkannt. Es werden jedoch viele falsch positive Befundungen, z.B. durch benigne Veränderungen, angestellt.
Schlussfolgerung: Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass maligne Tumore bei LE mit TLE weniger häufig assoziiert sind als bisher angenommen. Diese Erkenntnis stellt die Theorie der paraneoplastischen Immunreaktion als Hauptauslöser für LE in Frage. Der geringe PLE Anteil implementiert isoliert für die LE bei TLE eine bessere Prognose aufgrund der besseren Therapieoptionen bei NPLE. Es kann kein differenzierter LE Phänotyp mit erhöhtem Tumorrisiko klassifiziert werden. Dieser Umstand befürwortet ein Tumorscreening bei jedem Verdacht auf LE, sei er AK positiv oder negativ. Das GK-PET-CT stellt, ergänzt von auf die Beckenregion fokussierter Sonographie und MRT, ein adäquates Mittel zum initialen Tumor-Screening, sowie im Follow-up bei Tumorverdacht dar. Die bisher empfohlene abgestufte Tumordiagnostik sollte überdacht werden und bedarf weiterer Untersuchungen.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/8392}
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