Seyfarth, Marco: Fünf Jahre nach Erstdetektion des asiatischen Malariaüberträgers Anopheles stephensi (Diptera: Culicidae) in Dschibuti, Horn von Afrika : Vektorpopulation etabliert – Malaria wieder epidemisch. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-58205
@phdthesis{handle:20.500.11811/8393,
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author = {{Marco Seyfarth}},
title = {Fünf Jahre nach Erstdetektion des asiatischen Malariaüberträgers Anopheles stephensi (Diptera: Culicidae) in Dschibuti, Horn von Afrika : Vektorpopulation etabliert – Malaria wieder epidemisch},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2020,
month = may,

note = {Die asiatische Malariamücke, Anopheles stephensi, ist ein bekannter und bedeutender Hauptvektor von Plasmodium falciparum und P. vivax. Bis 2013 war ihre geographische Verbreitung auf Zentral- und Südasien, einschließlich der Arabischen Halbinsel, beschränkt. Im Jahre 2012 in der Region am Horn von Afrika (HoA) erstmals entdeckt, wurde An. stephensi mit einem geographisch und zeitlich ungewöhnlichen Ausbruch der städtischen P. falciparum Malaria in Verbindung gebracht. 2016 wurde An. stephensi schließlich auch in der benachbarten Region Somali in Äthiopien nachgewiesen. Um nachzuweisen, ob sich An. stephensi-Populationen in Dschibuti seit Erstbeschreibung in 2014 ausgebreitet und dort zu einem ungewöhnlichen Anstieg der Malariafälle beigetragen haben, wurden a) von Januar 2013 bis Dezember 2017 eine kontinuierliche Vektorüberwachung mit Analyse aller abundanten Anophelesspezies durchgeführt, b) die saisonale Populationsdynamik von An. stephensi und deren Bionomie untersucht, c) die vorhandene Literatur zu Analyse und Vorkommen der Malaria in Dschibuti seit 2013 analysiert und d) untersucht, ob und in welchem Umfang An. stephensi zur autochthonen Übertragung der Malaria beigetragen hat, indem der Nachweis des für den Menschen infektiösen Sporozoitenstadiums durch Detektion des Circumsporozoiten-Antigens von P. falciparum und P. vivax in weiblichen Anophelesmücken erbracht wurde.
Anopheles stephensi wurde als einzige abundante Malariamückenspezies an den Monitoringsstandorten nachgewiesen. Von 2013 bis 2016 beschränkte sich die saisonale Aktivität von An. stephensi in Dschibuti-Stadt hauptsächlich auf die (für dortige Verhältnisse) kalte und feuchte Jahreszeit zwischen September und Mai, wobei in den Sommermonaten Juni bis August entweder keine, oder nur selten Exemplare detektiert wurden. Im Gegensatz dazu wurde in 2017 diese Stechmückenspezies das ganze Jahr über, einschließlich der extrem heißen Sommermonate von Juni bis August, nachgewiesen. Diese saisonale Aktivitätsveränderung deutet darauf hin, dass sich die An. stephensi-Population an ihre neuen klimatischen und ökologischen Lebensbedingungen in Dschibuti adaptiert hat und damit ihre weitere Ausbreitung vor allem innerhalb städtischer Gebiete erleichtert wurde. Unter den 96 weiblichen auf Malaria-Infektion untersuchten An. stephensi, waren drei (3,1 %) positiv für P. falciparum Circumsporozoiten-Antigen, einschließlich einer (1 %) P. falciparum / P. vivax VK 210 Doppelinfektion. Nach dem überraschenden, epidemischen Wiederauftreten der Malaria in 2013 mit 1.684 bestätigten Fällen stiegen die Malariafälle kontinuierlich an und erreichten 2017 mit 14.810 einen bisherigen Höchststand. Bis 2016 traten ausschließlich Fälle von Malaria tropica auf. In 2016 konnte erstmals P. vivax-Malaria mit einer überraschend hohen Prävalenz von 16,7 % (2.041/13.804) aller Malariafälle diagnostiziert werden. Dieser Anteil stieg im Jahr 2017 auf 36,7 % (5.441/14.810) an. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen einerseits, dass sich die Dynamik der Malariaerkrankungen in Dschibuti derzeit schnell verändert, und andererseits, dass An. stephensi an der gleichzeitigen Übertragung von P. falciparum und P. vivax mit Doppelinfektionen beteiligt ist. In Anbetracht der extrem hohen potenziellen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit wird daher der zeitnahe Einsatz optimaler multinationaler Vektorüberwachungs- und -steuerungsprogramme sowohl für die Region am Horn von Afrika als auch für den gesamten afrikanischen Kontinent dringend empfohlen.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/8393}
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