Greven, Mira: Der Ton stammt aus der Nacht : Die Metapher als Vermittlungsform nichtbegrifflicher Erkenntnis mit Blick auf die Philosophie Friedrich Nietzsches. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-59067
@phdthesis{handle:20.500.11811/8457,
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title = {Der Ton stammt aus der Nacht : Die Metapher als Vermittlungsform nichtbegrifflicher Erkenntnis mit Blick auf die Philosophie Friedrich Nietzsches},
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year = 2020,
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note = {Die vorliegende Studie steht im Zeichen der Frage nach der Relevanz nichtbegrifflicher Erkenntnisformen für die Philosophie. Anhand einer Untersuchung der Grenzbereiche von Sprache, Erkenntnis und ästhetischem Selbst- und Weltbezug liefert die Arbeit eine Argumentation für den philosophischen Wert solcher Erkenntnisformen mit Blick auf das spezifische Potenzial von Metaphern. Dieser Wert wird einem Philosophiebegriff, der sich auf begrifflich-rationale Beschreibung und Methode beschränkt, gegenübergestellt und vertreten.
Angesetzt wird die Untersuchung mit (1) dem Diskurs über nichtpropositionale Erkenntnisformen, an die sich (2) eine Begründung der epistemischen Funktion von Ästhetik anschließt. Die (3) Diskussion der Abgrenzungsmöglichkeiten zwischen philosophischen und literarischen Texten führt (4) in Auseinandersetzung mit ausgewählten Metapherntheorien hin zu einer Erörterung des Potenzials der Metapher. An die Entwicklung der theoretischen Argumentation in den ersten vier Kapiteln anschließend nimmt das fünfte Kapitel die Funktion einer Exemplifikation ein. Unter der Perspektive einer Nachzeichnung der hier wichtigsten methodischen und inhaltlichen Grundzüge von Nietzsches „Philosophie“ wird eine Darstellung der nichtbegrifflichen Dimension von Nietzsches Denkens entwickelt. Diese folgt der Frage, inwiefern Nietzsches Lehre in Teilen nichtbegrifflich bleibt und bleiben muss, insofern er seinem mehrschichtigem Philosophiebegriff entsprechend sowohl analytisch-sezierend als auch poetisch-andeutend-schöpferisch operiert. Auf diesem Hintergrund wird der Wert der Metapher als nichtbegriffliches Verfahren und deren Bedeutung für den Zusammenhang von Wahrnehmung, Kreativität, Erkenntnis und ästhetischem Werterleben herausgearbeitet. In der untersuchten Dimension bei Nietzsche geht es auf quantitativer Ebene um die Kapazität, Gegensätze wie Begriff und Nichtbegrifflichkeit (Offensichtliches und Verborgenes, Denken und Intuition, Statik und Dynamik, Logik und Kreativität, Kohärenz und Bruch, System und Chaos, Wissen und Nichtwissen) nicht einander entgegenzustellen, sondern sie als komplementäre Wege zur Erkenntnisgewinnung zu verstehen und in einer Kohärenzstruktur zusammenzuführen - wie es die vorliegende Untersuchung für den Philosophiebegriff überhaupt vorschlägt. Auf qualitativer Ebene geht es um einen verfeinerten Begriff von Sprache: Die Studie fragt nach dem Wert des feinsten Grades und Gehalts (dem „Ton“), der hinter Begriffen zu finden ist (in der „Nacht“, im ‚Dunkel‘). Sie beantwortet diese Frage nicht allein sprachlich-argumentativ, sondern zugleich - in der Linie der Thematik - aufweisend-ästhetisch: Die äußere Form dieser Untersuchung entspricht so stilistisch-dynamisch dem untersuchten Gegenstand und bildet im Argumentationsweg (vom Rational-Argumentativ-Philosophischen zum Intuitiv-Assoziativ-Literarischen) zugleich das Verhältnis (des Rational-Argumentativ-Philosophischen zum Intuitiv-Assoziativ-Literarischen) in sich ab.
Neben dem bekannten Vermögen der Metapher, neue Bedeutungen und Sichtweisen zu erzeugen, wird deren spezifische Leistung hier vor allem als Sensibilisierungsleistung im Bezug auf Nuancenperzeption gefasst, die Begriffe zur Beschreibung menschlicher Verfasstheit hervorbringen und in Konzepte der Ethik und des guten Lebens einfließen kann. Dabei berührt sie Sinn- und Wertfragen menschlicher Existenz, die sich nicht argumentativ oder rational beantworten lassen, wie sie etwa in der Verbindung von Bruch und Bejahung (ein nichtbegrifflicher Akt) deutlich wird, auf die die Metapher verweist. Die Möglichkeit, dass überhaupt Erkenntnisse stattfinden, die sich auf diskursivem Wege nicht erschließen lassen, begründet den Einschluss nichtpropositionaler Verfahren in philosophische Erkenntnisbegriffe.
Weiterführende Fragestellungen ergeben sich z.B. an Berührungspunkten von Philosophie mit Verfahren von Kreativität und begrifflicher Neuschöpfung, sowie von Philosophie mit Psychologie, Emotionstheorien und Hochsensitivität.},

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