Scho, Julia Tamara: Multiperspektivische und interdisziplinäre Verfahren der Romanrezeption anhand von Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-59497
@phdthesis{handle:20.500.11811/8568,
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title = {Multiperspektivische und interdisziplinäre Verfahren der Romanrezeption anhand von Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz},
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year = 2020,
month = sep,

note = {In dieser Dissertation werden neue Verfahren einer interdisziplinären Romanrezeption anhand von Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz exploriert, um zu veranschaulichen, dass gerade eine multiperspektivische Lesart diesem Werk zu Gute kommt und eine Literaturwissenschaft präsentiert, die sich als Kulturwissenschaft versteht.
Nach einer Bestandsaufnahme der Romanrezeption in der Germanistik und der Frage nach der Möglichkeit einer Öffnung der Döblin-Forschung für andere Ansätze, soll auch der Forschungsstand zu Alfred Döblin aufgearbeitet werden. Hierbei wird gezeigt, dass dieser Ansatz einer Bearbeitung von Berlin Alexanderplatz ein Forschungsdesiderat darstellt.
Bei der Auseinandersetzung mit verschiedenen Lesarten von Berlin Alexanderplatz wird zunächst ein sprachphilosophischer/sprachkritischer Ansatz verfolgt, in dem Döblin auch in der Tradition der Sprachkritik verortet wird. Weiterhin werden Wegbereiter Döblins, Friedrich Nietzsche und Fritz Mauthner in die Analysen miteinbezogen, um abschließend Döblins Sprachkritik/krise und Romanpoetik genauer zu eruieren. Anschließend wird es um die Überwindungsversuche eben dieser Sprachkrise und um die Notwendigkeit neuer Romankonzepte gehen. Hierbei werden beispielsweise Döblins Verfahren der Montagetechnik und des Kinostils näher diskutiert.
Ein weiteres Kapitel wird sich mit einer poststrukturalistischen und einer raumtheoretischen Rezeption von Berlin Alexanderplatz beschäftigen und veranschaulichen, dass gerade diese theoretischen Implikationen zu einer fruchtbaren Lesart des Romans beitragen. In diesem Zuge werden de Certeaus Kunst des Handelns und die Mechanismen der Raumproduktion in seiner Theorie und in Döblins Roman eruiert werden. Die "Sprachräume" in Berlin Alexanderplatz lassen nicht nur die Metropole im Roman entstehen, sondern brechen mit der klassischen Romanform und eröffnen der Sprache und dem Genre neue Spielräume. Weiterhin wird in diesem Kapitel auch Roland Barthes Intertextualitätstheorie im Zusammenhang mit Berlin Alexanderplatz diskutiert und es wird gezeigt, dass man Döblins Text auch als ein "Gewebe von Zitaten" rezipieren kann, in dem der Leser zum Zielpunkt der Lektüre wird. Abschließend zu den poststrukturalistischen/raumtheoretischen Betrachtungen wird Deleuzes und Guattaris Theorie des "Rhizoms" genauer betrachtet werden. Hierbei erfolgt ein Rückgriff auf Berlin Alexanderplatz und es wird veranschaulicht, dass Döblins Roman auch als Rhizom funktioniert, in dem vieles, scheinbar disparates, miteinander in Beziehung gesetzt werden kann und ein tieferes Verständnis des Romans ermöglicht.
In einem Ausblick sollen abschließend weitere interdisziplinäre Lesarten von Berlin Alexanderplatz zur Diskussion gestellt werden. Hier erfolgt zunächst eine Gegenüberstellung von Marc Augés Theorie der Nicht-Orte mit den Sprachräumen in Berlin Alexanderplatz. Während im Roman Sprachräume entstehen, die zu einer Öffnung der Sprache und ihrer Möglichkeiten führen, wird in den Nicht-Orten die Sprache durch ihre Phrasalität dekonstruiert. In einem weiteren Schritt wird Berlin Alexanderplatz im Zusammenhang mit den Sprachkunstwerken des britischen Künstlers Simon Evans kontrastiert. Der Sprachkritiker Evans schafft es durch seine Kunstwerke die Grenzen der Sprache und des Raumes auszuloten und ist daher eine weitere produktive Lesart in Zusammenhang mit Döblins Roman.},

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