Toepfer, Helmuth: Die Bonner Geschäftsstraßen : räumliche Anordnung, Entwicklung und Typisierung der Geschäftskonzentrationen. - Bonn, 1968. - , . In: Arbeiten zur Rheinischen Landeskunde, 26.
Online-Ausgabe in bonndoc: http://hdl.handle.net/20.500.11811/8618
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year = 1968,
series = {Arbeiten zur Rheinischen Landeskunde},
volume = 26,
note = {Betrachtet man die Niederlassungen des Einzelhandels in der Stadt Bonn in ihrer räumlichen Anordnung, so lassen sich sieben Zonen unterscheiden:
1. Stadtkern
2. verdichtete Randzone
3. Zwischenzone mit nur vereinzelten Geschäften
4. Zone der kleineren Geschäftskonzentrationen an den Ausfallstraßen
5. Zwischenzone mit nur vereinzelten Geschäften
6. Zone der größeren Subzentren
7. Zone mit gelegentlichen kleineren Geschäftskonzentrationen
Dabei umfaßt das Gebiet des „Stadtkerns" die Geschäftsstraßen der Innenstadt, die eine Geschäftsdichte von wenigstens 70% aufweisen. Die Zone 4 enthält kleinere Geschäftskonzentrationen, die noch im geschlossen bebauten Gebiet der Stadt liegen. Die Geschäftskonzentrationen der Zone 6 werden durch alte Dorfkerne gebildet. Die Geschäftskonzentrationen der 7. Zone bestehen zum Teil in alten Dorfkernen und zum Teil in neueren Wohnsiedlungen am Stadtrand.
Als Hauptgeschäftsstraßen werden Straßenzeilen mit einer Geschäftsdichte von 100% u. m. und einem Ausstattungswert von mindestens 70 bezeichnet. Sie treten nur in der·lnnenstadt Bonns auf. Die Geschäftsdichte nimmt zum Rande der Stadt hin nicht kontinuierlich ab, sondern besitzt in unterschiedlichen Abständen vom Stadtkern immer wieder Kulminationspunkte. Das gleiche zeigt sich auch bei den Ausstattungswerten der Straßenzeilen. Hierbei ist allerdings eine besondere Erscheinung festzustellen. Die ausgedehnten Geschäftszentren (wie das Hauptzentrum in der Innenstadt und die größeren Subzentren) üben eine sehr starke Anziehungskraft auf die Käufer aus. Die Geschäfte der kleineren Geschäftskonzentrationen, die zwischen diesen größeren liegen, haben daher nur einen geringen Umsatz zu verzeichnen; das schlägt sich nun in geringen Ausstattungswerten dieser kleineren Geschäftskonzentrationen nieder. Hier zeigt sich auch, daß der Wert der Geschäftsausstattung nicht immer parallel mit einer Verdichtung der Geschäfte steigt.
Geschäfte der Konsumgruppen B (Bekleidung), E (Wohnungseinrichtung) und F (Geistige Interessen) werden bevorzugt in den Stadtkern oder in die Subzentren gelegt, wobei wiederum die Gruppen B (Bekleidung) und F (Geistige Interessen) bevorzugt im Innern und die Gruppe E (Wohnungseinrichtungen) am Rande der Geschäftszentren liegen. Auf der anderen Seite passen sich die Konsumgruppen A (Nahrungs- und Genußmittel) und D (Gastgewerbe) der Streuung der Bevölkerung stark an und sind somit in ihrer Masse in den Wohnbezirken zu finden und weniger im Zentrum selbst, wo eine Citybildung bereits eingesetzt hat. Ebenso trifft man Niederlassungen der Konsumgruppe G (Fahrzeuge) meist in Straßen, die mit nur wenigen Geschäften besetzt sind, an, da Geschäfte dieser Gruppe in der Regel viel Raum beanspruchen, der in ausgesprochenen Geschäftsstraßen für diese Geschäfte zu teuer ist.
Über die Hälfte der Geschäfte in den untersuchten Straßen gehören der 3. Bedarfsstufe an (58,3%), ein weiteres Drittel (33,8%) der 2. Bedarfsstufe und nur 7,8% der 1. Bedarfsstufe. Geschäfte der 1. und 2. Bedarfsstufe tragen in der Regel zu einer Verbesserung des Ausstattungswertes einer Geschäftsstraße bei, jedoch sind es auch besonders diese Geschäfte, die den Ausstattungswert herabdrücken können, wenn sie in kleineren Geschäftszentren auftreten, deren Einzugsbereich eigentlich zu klein für ein Geschäft dieser Bedarfsstufen ist.
Die Fußgängerzählung erbrachte, daß es drei Gruppen von Zugangsstraßen in die Innenstadt gibt (mit abnehmender Passantendichte):
1. Hauptzugangsstraßen mit Bus- oder Straßenbahnhaltestellen in der Nähe,
2. Nebenzugangsstraßen ( ohne diese Haltestellen), die direkt in angrenzende Wohnviertel führen,
3. Zugangsstraßen, die keine direkte Fortsetzung in angrenzende Wohngebiete haben.
Besonders die Busse und Straßenbahnen haben einen sehr starken Einfluß auf die Passantendichte, so daß nicht immer die Dichte des Passantenstromes in Wechselbeziehung zur Geschäftsdichte und ihrer Ausstattung steht, wenn letzteres auch in vielen Fällen gegeben ist. Das Gesamtbild zeigte noch, daß sich der Fußgängerverkehr zu der Achse Münsterplatz-Remigiusstraße-Marktbrücke-Markt hin am stärksten verdichtet.
Die Entwicklung des Geschäftslebens in der Innenstadt ergibt folgendes Bild: die Gesamtzahl der Einzelhandelsniederlassungen steigt von 1908/09 über 1922 bis 1939 an, fällt dann aber über 1952/53 und weiter bis 1965 unter die Zahl von 1908/09. Nach einer allmählichen Verdichtung der Geschäfte bis zum ZweitenWeltkrieg ist die geringe Anzahl für 1952/53 zum Teil noch auf die Kriegszerstörungen zurückzuführen, obwohl auch schon 1952/53 einzelne Geschäfte benachbarte Grundstücke aufkaufen und somit ihre Lager- und Verkaufsfläche erweitern. Das zwingt manches andere Geschäft an die Peripherie der Innenstadt, in andere Stadtviertel oder sogar zur Aufgabe. Diese räumliche Ausdehnung vieler Geschäfte nimmt im folgenden Zeitabschnitt noch größere Ausmaße an. Der Anteil der Geschäftsinhaber, die gleichzeitig auch Grundstückseigentümer sind, nimmt nur von 1908/09 bis 1922 ganz leicht zu und fällt dann bis 1965 bis unter 50% des Wertes von 1908/09 ab.
Im Gegensatz zum Hauptgeschäftszentrum im Stadtkern haben sich die Kerne der größeren Subzentren Endenich, Poppelsdorf und Kessenich seit 1922 laufend mit Geschäften verdichtet. Eine Ausnahme bildet nur das Poppelsdorfer Zentrum, das seine maximale Geschäftsdichte zum Teil schon erreicht hat. Ebenso vergrößert sich die Geschäftsdichte allmählich auch in den alten Dorfkernen am Stadtrand, die nur ein sehr kleines Einzugsgebiet besitzen.
Die vier kleineren Geschäftszentren am Stadtrand zeigen, daß ein großer Unterschied zwischen den alten Dorfkernen und den Geschäftsmittelpunkten neuerer Wohnsiedlungen besteht. a) Die Geschäftsdichte in den alten Siedlungen steigt nicht über 50% . In den neueren Wohnsiedlungen sind die Geschäfte dagegen meist an wenigen, eigens für diesen Zweck vorgesehenen Stellen konzentriert. So ist hier die Geschäftsdichte sehr hoch (oft bis 100%), während im übrigen Gebiet der Wohnsiedlung nur sehr vereinzelt Geschäfte zu finden sind. b) Die Ausstattung der Geschäfte in den alten Siedlungen ist wesentlich dürftiger als in den neueren. c) Der Einzelhandel ist in den alten Siedlungen stark übersetzt; in den neueren geplanten Wohnsiedlungen dagegen nicht. Diese Tatsache schlägt sich natürlich auch in den Ausstattungswerten nieder (s.o.).
Die größeren Subzentren besitzen schon einen deutlichen Kern und daran anschließende Ausläufer, die sich in ihrer Konsumgruppen- und Bedarfsstufenzusammensetzung deutlich vom Kern absetzen. Ebenso tritt in diesen Subzentren eine schwache Branchensortierung auf.
Im Hauptgeschäftszentrum im Stadtkern zeichnen sich ebenfalls einige größere Branchensortierungen ab; besonders hervorzuheben sind Konzentrationen von Geschäften der Konsumgruppen B (Bekleidung) und F (Geistige Interessen).
Im Ganzen bietet das Bonner Geschäftsleben folgendes Bild: eine ausreichend und zum Teil sogar überbesetzte Bedarfsstufe 3 (Geschäfte mit Waren des täglichen Bedarfs), eine zureichende Zahl von Geschäften der 2. Bedarfsstufe und eine nur schwache Besetzung der 1. Bedarfsstufe, was durch Einkäufe außerhalb Bonns ausgeglichen werden muß.},

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