Müller Martínez, Elena: Risikofaktoren für eine akute Hepatitis C-Infektion in der europäischen PROBE-C Studie. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-59747
@phdthesis{handle:20.500.11811/8668,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-59747,
author = {{Elena Müller Martínez}},
title = {Risikofaktoren für eine akute Hepatitis C-Infektion in der europäischen PROBE-C Studie},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2020,
month = oct,

note = {Ausbrüche von akuten HCV-Infektionen bei HIV-positiven MSM wurden seit 2000 berichtet. Diverse Studien haben die HCV-Infektion mit einer HIV-1-Co-Infektion assoziiert. Bisherige Forschung hat gezeigt, dass Übertragungs-Cluster innerhalb MSM-Populationen städtischer Gebiete nicht mit i.v. Drogenkonsum korrelieren, was nahelegt, dass es MSM-spezifische aber nicht unbedingt nur sexuelle Übertragungsmodi gibt.
Die vorliegende Arbeit untersuchte im Rahmen der europaweiten akuten Hepatitis C-Kohorte PROBE-C anhand eines Verhaltensfragebogens und deskriptiven Statistiken Verhaltensrisikofaktoren für eine akute HCV-Infektion bei HIV-positiven MSM.
Diesbezüglich wurden verschiedene Verhaltensmuster identifiziert: kein Kondomgebrauch, Analsex in Gruppen, Gruppensex und transnasaler Drogenmissbrauch, Fisten und gefistet werden ohne Handschuhe, geteilter Gleitmitteltopf, anorektale Probleme, rektale Verletzungen mit Blutung und sexuell übertragbare Krankheiten wie z.B. Syphilis.
Weitgehend alle Patienten, die den Fragebogen beantwortet haben, hatten Geschlechtsverkehr mit einem HIV-positiven Mann. Dies weist auf Serosorting (Suche nach sexuellen Partnern mit demselben HIV-Status) hin. Es liegt nahe, dass Serosorting ungeschützten Analsex fördert.
Es wurde von einer hohen Anzahl an Geschlechtspartnern und häufigem Geschlechtsverkehr in Männergruppen berichtet. Die Kombination aus ungeschütztem Analverkehr, hoher Anzahl an Geschlechtspartnern und Gruppensex können ebenfalls zu einem erhöhtem HCV-Infektionsrisiko führen.
Das HCV ist in der Umwelt über längere Zeit stabil und besitzt damit eine Überlebensfähigkeit auf Flächen wie Geldscheinen und Sniefröhrchen, Sexspielzeugen und Analduschvorrichtungen, die dann als Übertragungswege dienen können. Ein großer Teil unserer Patienten haben einen seltenen Kondomgebrauch beim Analverkehr oder Handschuhgebrauch beim Fisten sowie deren Wechsel erwähnt.
Mit dieser Arbeit konnte die Bedeutung von Chemsex (Drogengebrauch vor oder während des Geschlechtsverkehrs, um den sexuellen Genuss und die Erregung zu steigern) bei der HCV-Infektion hervorgehoben werden. Chemsex hat Korrelationen mit einer erhöhten Anzahl an Geschlechtspartnern, häufigeren Hochrisikosexualpraktiken und einem erhöhten Vorkommen an Geschlechtskrankheiten. Traumatische Sexualpraktiken und Geschlechtskrankheiten schädigen die Schleimhaut, die wiederum als Eintrittspforte für das HCV dienen kann.
Die in dieser Arbeit erhobenen Daten zeigen aber auch, dass Patienten im Verlauf durchaus gewillt sind, ihr Verhalten nach Diagnose einer akuten HCV Infektion entsprechend zu ändern. Hiermit rücken Verhaltensinterventionen, um eine Infektion oder Reinfektion mit HCV bei HIV-positiven MSM zu verhindern, deutlicher in den Vordergrund.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/8668}
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