Schöne-Yang, Dennis: Die Grenzen von Sinn und Realität : Zur Rekonstruktion und Kritik von Grenzbegriffen im sinnkritischen Realismus von Karl-Otto Apel. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-60096
@phdthesis{handle:20.500.11811/8740,
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title = {Die Grenzen von Sinn und Realität : Zur Rekonstruktion und Kritik von Grenzbegriffen im sinnkritischen Realismus von Karl-Otto Apel},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2020,
month = oct,

note = {Der vorliegenden Untersuchung liegt die These zugrunde, dass sprachlicher Sinn über die Eigenschaft verfügt, sich selbst auf sein Anderes hin zu transzendieren. D.h. Sprache besitzt in ihrer fundamentalen transzendentalpragmatischen Dimension das Merkmal einer dialektischen Auto-Transzendenz. Diese These wird aus der Rekonstruktion der Apel’schen Sinnkritik und der immanenten Kritik an ihr gewonnen. Dazu werden in einem ersten Teil die Positionen von Jürgen Habermas und Karl-Otto Apel rekonstruiert und kritisch einander gegenübergestellt. In Teil 2 wird die Spaltung von Apel und Habermas vollzogen und zum argumentativen Kern der Untersuchung übergegangen: das Verhältnis von Sinn und Realität in der transzendentalpragmatischen Sinnkritik von Karl-Otto Apel. Im Zuge dessen bestätigt sich die These, dass das Merkmal der „Unabhängigkeit“ des sinnkritischen Realitätsbegriffs, diesem Begriff als „Realitätsbegriff“ zukommt, während das Merkmal der „unendlichen Erkennbarkeit“ einem korrespondierenden Grenzbegriff zuzueignen ist. Gegen Habermas wird „Sinn“ von Apel schließlich als genuiner Geltungsanspruch und Basis seiner Sinnkritik identifiziert, in welcher die Sprachpraxis der Kommunikationsgemeinschaft die Regeln für ein universal verbindliches Sprachspiel abgibt. Diese Ergebnisse dienen der Vorbereitung zur Überprüfung der Hauptthese der Dissertation von der "dialektischen Auto-Transzendenz des Sinns". Sie wurden erreicht durch die strikte Begründung der Apel’schen Sinnkritik durch das transzendentalpragmatische Mittel des performativen Widerspruchs. Im argumentativen Zentrum stehen hier transzendentalpragmatische Präsuppositionen, deren Negation in einer Redesituation einen performativen Widerspruch generiert. Zu den bei Strafe eines solchen Widerspruchs nicht hintergehbaren Präsuppositionen gehören der sinnkritische Realitäts- und Grenzbegriff. Bereits zu diesem Punkt der Untersuchung kann mit Hilfe der Apel'schen Sinnkritik gezeigt werden, dass prominente Begriffe der Philosophiegeschichte in ihrer pragmatischen Tiefenstruktur paradoxe Begriffe darstellen. So handelt es sich z.B. bei dem Kantischen „Ding an sich“ oder dem „ungedachten Ding“ (a thing which is unconceived) von George Berkeley, aber auch dem Wittgenstein’schen Etwas, „was sich nicht denken lässt“, aus der Apel’schen Perspektive um Begriffe, die auf widersprüchliche Weise über eine selbst gesetzte Erkenntnis- bzw. Sprachgrenze hinausgehen. Die aus den Augen der Sinnkritik pragmatische Inkonsistenz solcher hier sogenannter „noumenaler Begriffe“ verweist auf den Umstand, dass jede Grenzbestimmung in ihr Gegenteil umschlägt. Damit ist eine Dialektik bezeichnet, die aber auch die Apel'sche Sinnkritik in ihrer Kernstruktur der transzendentalpragmatischen Präsuppositionen trifft. Als eine solche für sie und jede pragmatisch konsistente Rede nichthintergehbare Präsupposition erweist sich ein Grenzbegriff, welcher durch eine dialektische Spannung zwischen einem Zukunftsbezug und der Verpflichtung auf die faktische Redesituation hic et nunc konstituiert ist. Der argumentative Aufweis und die Bestätigung der Nichthintergehbarkeit dieser Spannung zeitigen das Ergebnis einer „dialektischen Auto-Transzendenz“ als eine notwendige Eigenschaft des Sinns auf seiner fundamentalsten, transzendentalpragmatischen Ebene. Aus der Perspektive einer Sinnkritik, welche auf die Präsupposition ihres eigenen Grenzbegriffs reflektiert, stellt sich das Verhältnis von Sinn und Realität als notwendig paradox dar.},
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