Wilke, Dominik: Einfluss des Ausblicks aus dem Fenster auf den postoperativen Heilungsverlauf. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-59810
@phdthesis{handle:20.500.11811/8792,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-59810,
author = {{Dominik Wilke}},
title = {Einfluss des Ausblicks aus dem Fenster auf den postoperativen Heilungsverlauf},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2020,
month = nov,

note = {Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass sich die Umgebung eines Patienten auf dessen Gesundheit und dessen postoperativen Genesungsprozess auswirken kann. Hierbei scheint sich insbesondere eine naturnah gestaltete Umgebung positiv auszuwirken. In einer Studie von Roger S. Ulrich aus dem Jahr 1984 konnte gezeigt werden, dass sich Patienten nach einem operativen Eingriff besser erholen, wenn sie aus dem Fenster auf einen Park blicken, als im Gegensatz dazu Patienten, die auf eine Backsteinmauer schauen. Diese Studie ist sehr bekannt und wird sehr häufig zitiert, wurde so aber nicht noch einmal durchgeführt.
Dies gab 30 Jahre später Anlass dazu, diese Studie mit gleichem Setting so noch einmal zu wiederholen. Auf der Suche nach geeigneten Kliniken für diese Studie konnte keine gefunden werden, in der ein passendes Setting vorliegt. Daher wurde das Design der Studie dahingehend geändert, dass zur Untersuchung des Einflussfaktors „Fenster“ der Unterschied zwischen Patienten, die in einem Dreibettzimmer im Bett direkt am Fenster und jenen, die im Bett an der Tür liegen, untersucht wurde.
Dazu wurden im Zeitraum von Mai bis Dezember 2015 im Gemeinschaftskrankenhaus Bonn, Betriebsstätte St. Petrus Krankenhaus, die Daten von insgesamt 55 Patienten, die engen Ein- und Ausschlusskriterien entsprachen, nach Implantation einer Hüft-TEP ausgewertet. Die Patienten wurden zu ihrem subjektiven Wohlbefinden, der Zufriedenheit mit dem stationären Aufenthalt und dem Patientenzimmer befragt. Zudem wurden von ihnen die Höhe der Schmerzen in Ruhe und bei Belastung, der Bedarf an Analgetika sowie die postoperative stationäre Verweildauer erfasst.
Die Auswertung der Ergebnisse lieferte nur geringfügige Unterschiede zwischen den Patientengruppen an der Tür und am Fenster. Klare Vorteile der einen gegenüber der anderen Gruppe sowie statistisch signifikante Unterschiede konnten nicht nachgewiesen werden. Eine Evidenz dafür, dass Patienten sich näher am Fenster besser erholen als weiter davon entfernt, gibt es den vorliegenden Ergebnissen zufolge damit nicht. Die vorliegende Studie wurde in einer Klinik mit sehr vielen vergleichbaren Eingriffen unter räumlich idealen Bedingungen mit nach engen Ein- und Ausschlusskriterien ausgewählten und damit ziemlich vergleichbaren Patienten durchgeführt. Trotz überdurchschnittlich hoher Fallzahl in dieser Klinik konnte für die Studie nur eine relativ kleine Stichprobe von Patienten herangezogen werden.
Die vorliegende Studie konnte wie andere vor ihr zeigen, dass es sehr schwierig ist, Evidenz zu schaffen für die Bedeutung von auf Patienten einwirkenden Umwelteinflüssen auf deren Genesung. Ehe man eine weitere Studie zum Einfluss eines anderen Umwelteinflusses auf Patienten durchführt, wäre eine Erhebung darüber, wie die Umgebung von Patienten in Krankenhäusern des 21. Jahrhunderts geschaffen ist und wie zufrieden Patienten mit dieser Umgebung sind, sinnvoll.},

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}

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