Wesselmann, Johanna Theresa: Syphilis bei HIV-Koinfektion : Eine Untersuchung am Beispiel der Bonner HIV-Kohorte. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-59357
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Geschlechtskrankheiten, wie Syphilis, haben in den letzten Jahren bei MSM (men who have sex with men), häufig HIV+-Patienten, aufgrund des vermehrten kondomlosen Geschlechtsverkehrs und des erhöhten Risikoverhaltens, zugenommen. Ziel der Studie war es, die Inzidenz der Syphilisinfektionen, die Auswirkungen dieser auf immunologische und laborchemische Parameter, sowie die Entwicklung serologischer treponemenspezischer und nicht-treponemenspezifischer Marker in der Bonner HIV-Kohorte zu untersuchen.
Methoden
Diese retrospektive Studie umfasst 859 HIV+-Patienten, die zwischen November 2015 und Mai 2017 in der HIV-Ambulanz des Universitätsklinikums Bonn auf eine Syphilis-Infektion (TPPA, VDRL) untersucht wurden. Der Einfluss der Syphilis und ihrer Behandlung auf Nierenfunktionsmarker (Serumkreatinin, GFR), Leberenzyme (Gamma-GT, ALT, AST), Entzündungsparameter, Blutbild (CRP, Hb, LDH) und Immunantwort (Leukozyten, CD4-Zahl, CD8-Zahl, CD4/CD8-Verhältnis) wurde 3-6 Monate vor, zum Zeitpunkt der Syphilis-Diagnose und 3-6 Monate nach der Behandlung untersucht. Die serologische Reaktion auf die Behandlung der Syphilis (VDRL, TPPA) wurde alle 3 Monate nach der Infektion untersucht.
Ergebnisse
Im Studienzeitraum wurde bei 43/859 (5%) Patienten eine akute Syphilisinfektion diagnostiziert. Von diesen wurden 3/43 (7%) innerhalb des Beobachtungszeitraums reinfiziert. Im Vergleich zur Inzidenz der Syphilisinfektionen zwischen 2000-2010 gab es im Jahr 2016 einen 2,4-fachen Anstieg. Eine frühere Syphilis-Infektion wurde bei 28% festgestellt (244/859). Alle Patienten mit Syphilis im Studienzeitraum waren männlich und 97% MSM, im Vergleich zur gesamten Studienpopulation waren die Patienten jünger (Durchschnittsalter 44 Jahre vs. 49 Jahre) und weniger hatten eine symptomatische HIV-Erkrankung (77% CDC Stadium A vs. 57%). Nur 37% entwickelten Symptome der Syphilis (47% Exanthem, 20% Ulcus, 20% Uveitis, 13% Urethritis). Zu den 3 beobachteten Zeitpunkten (vor, zum Zeitpunkt der Syphilisdiagnose und nach der Syphilis-Behandlung) stieg der mittlere Gamma-GT-Wert von 49U/l auf 70U/l (p=0,001) bzw. sank auf 53U/l, das CRP stieg von 2,1 auf 7.4mg/dl und verringerte sich nach der Behandlung auf 1,6mg/dl (p=0,002). Die mittlere CD4-Zahl fiel zum Zeitpunkt der Syphilisdiagnose von 670/µl auf 646/µl und stieg nach der Behandlung signifikant auf 715/µl (Mittelwert, p=0,022). Die relative CD4-Zellzahl änderte sich während des Beobachtungszeitraums nicht (31,6%, 31,4% bzw. 31,2). Nach der Behandlung der Syphilis zeigte der VDRL-Titer einen langsamen Rückgang. Nach 3-6 Monaten zeigten nur 50% einen ≥4-fachen Rückgang, der nach 9-12 Monaten auf 86% stieg.
Schlussfolgerung
Die Syphilis-Koinfektion hat in der HIV+-Bevölkerung deutlich zugenommen, insbesondere bei jüngeren, gesünderen MSM. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind bei dieser Gruppe von HIV+-Patienten äußerst wichtig, da bei mehr als der Hälfte der Syphilis-Fälle keine typischen Symptome auftraten. Ein Anstieg von Gamma-GT und CRP und eine Abnahme der absoluten CD4-Zellzahl können ein Indikator für eine Syphilisinfektion sein. VDRL kann nach der Behandlung eine langsame Abnahme zeigen und erfordert weitere Kontrollen.vermehrten kondomlosen Geschlechtsverkehrs und des erhöhten Risikoverhaltens, zugenommen. Ziel der Studie war es, die Inzidenz der Syphilisinfektionen, die Auswirkungen dieser auf immunologische und laborchemische Parameter, sowie die Entwicklung serologischer treponemenspezischer und nicht-treponemenspezifischer Marker in der Bonner HIV-Kohorte zu untersuchen.},

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