Wallat, Diana Eva Margret: Belastungsabhängige Modulation der Schmerzwahrnehmung bei Nichtsportlern im Vergleich zu Hobbysportlern : Eine experimentelle Verhaltensstudie. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-59624
@phdthesis{handle:20.500.11811/8805,
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title = {Belastungsabhängige Modulation der Schmerzwahrnehmung bei Nichtsportlern im Vergleich zu Hobbysportlern : Eine experimentelle Verhaltensstudie},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2020,
month = nov,

note = {Ziel der Dissertation war es, eine durch akute sportliche Belastung feststellbare Reduktion der Schmerzwahrnehmung zu bestätigen und zu klären, ob ein Zusammenhang zwischen Trainingsgrad der Probanden und dem Ausmaß der Reduktion der Schmerzwahrnehmung besteht und ob die Belastungsintensität die Schmerzreduktion moduliert. Darüberhinaus sollten Hinweise gewonnen werden, inwieweit körperliche Belastung und Schmerz die emotionalen Aspekte Angst und Grundstimmung beeinflussen.
Mittels des Laktatstufentests wurden die Probanden des Gesamtkollektives (31 gesunde, rechtshändige Männer im Alter von 20-40 Jahren) auf die Gruppe der Hobbysportler (N=14) und die der Nichtsportler (N=17) verteilt und für jeden Probanden zwei individuelle Belastungsstufen festgelegt. Als Schmerzmodalitäten wurden die Hitzeschmerzschwelle sowie die Kälteschmerztoleranzzeit bestimmt. Erfassung von Angst und Stimmung durch die psychologischen Tests STAI und PANAS. Die Daten wurden bei jedem Probanden an drei Untersuchungstagen mit niedriger, hoher und zur Kontrolle ohne Belastung erhoben.
Für beide Schmerzmodalitäten konnten wir keinen Gruppeneffekt zwischen Hobbysportlern und Nichtsportlern nachweisen, möglicherweise wegen eines zu geringen Unterschiedes des durchschnittlichen Trainingsgrades beider Gruppen. Für das Gesamtkollektiv war ein Exercise-Induced-Hypoalgesia- Effekt in beiden Belastungsstufen nachweisbar und es ergab sich ein dosisabhängiger Effekt der Schmerzmodulation mit stärker ausgeprägter Reduktion der Schmerzwahrnehmung bei hoher Belastung im Vergleich zur niedrigeren Belastungsstufe (Dosiseffekt), was beide Schmerzmodalitäten gleichermaßen betraf. Bezüglich akuter Angst – Messung mittels STAI-State – sahen wir im Gesamtkollektiv und ohne Gruppenunterschied einen deutlichen belastungsabhängigen Anstieg des Angstniveaus, was möglicherweise auf eine situative Reaktion der Probanden auf die belastungsabhängigen vegetativen Veränderungen zurückzuführen ist. Im Bereich der negativen Stimmungslage – Messung mittels PANAS-negative – stellten wir keine Veränderungen fest. Mittels PANAS-positive war für das Gesamtkollektiv eine Verbesserung der Grundstimmung nach akuter sportlicher Belastung nachweisbar, bei Hobbysportlern deutlich stärker als bei Nichtsportlern, ohne dass ein Unterschied zwischen beiden individuellen Belastungsstufen gegeben war. Den Gruppenunterschied interpretierten wir als Ausdruck einer vergleichsweise positiveren Einstellung von Hobbysportlern gegenüber sportlicher Belastung.
Zum einen stellten wir diese Ergebnisse in den Zusammenhang bisheriger Veröffentlichungen anderer Autoren, zum anderen diskutierten wir neurophysiologische Erklärungsmöglichkeiten der Ergebnisse.
Die Ergebnisse der Dissertation stützen die Hypothese, dass regelmäßiges körperliches Training wiederholt im Rahmen der jeweiligen Trainingseinheit zu den hier nachgewiesenen positiven Effekten auf Schmerz und Stimmung führt, was zu einer Reduktion des chronischen Schmerzniveaus und zu einer anhaltenden Verbesserung der Grundstimmung beitragen kann. Somit wäre eine Brücke geschlagen zur Effektivität von sportlicher Belastung im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie chronischer Schmerzzustände.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/8805}
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