Müller, Maren Bernadette: Einfluss der Docosahexaensäure und ihren Metaboliten auf den postoperativen Ileus. - Bonn, 2021. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-61704
@phdthesis{handle:20.500.11811/8998,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-61704,
author = {{Maren Bernadette Müller}},
title = {Einfluss der Docosahexaensäure und ihren Metaboliten auf den postoperativen Ileus},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2021,
month = mar,

note = {Der postoperative Ileus (POI) ist charakterisiert durch eine reflektorisch nach operativen Eingriffen entstehende, regrediente Darmatonie des gesamten Intestinaltraktes. Das hohe Morbiditäts-Mortalitätsrisiko für den Patienten sowie die wirtschaftlichen Kosten für das Gesundheitssystem stellen ein weitreichendes Problem dar. Eine evidenzbasierte valide Therapie oder prophylaktische Maßnahmen dieser gefürchteten Komplikation stehen nicht zur Verfügung.
Pathogenetisch steht die durch intraoperative Manipulation ausgelöste komplexe Entzündungsreaktion in der Darmmuskulatur im Fokus mehrerer Studien. Vielversprechend ist daher der Ansatz, die Entzündungsauflösung über wichtige Bestandteile der Phospholipidschicht der Zellmembranen und daraus generierter Lipidmediatoren positiv zu beeinflussen. Im Rahmen einer Immunonutrition könnten so enteral/parenteral zugeführte mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die einen wichtigen Bestandteil der Phospholipidmembran darstellen, die Auflösung der Entzündung beschleunigen und das Entstehen eines prolongierten POI verhindern. Eine Wirksamkeit dieser Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren wurde für die Therapie von Gicht, rheumatoider Arthritis und entzündlichen Darmerkrankungen bereits unter Beweis gestellt. Der Einsatz ungesättigter Fettsäuren im POI ist jedoch aufgrund der Notwendigkeit einer mehrtägigen Einnahme präoperativ gerade im Notfall nicht möglich. Da ihre Verfügbarkeit – insbesondere aufgrund der hohen Herstellungskosten – eingeschränkt ist, wurden in Analogie stabile Amino-Lipid-Verbindungen synthetisch hergestellt.
In dieser Arbeit wurden erstmals am POI-Mausmodell die synthetisch hergestellte Amino-Lipid-Verbindung der n-3 Fettsäure DHA (TP4311) sowie ebensolche Verbindungen des Lipidmediators Protectin DX (TP6211, TP6212) untersucht.
Die Wirkung der Testsubstanzen auf die Darmmotorik sowie die Auswertung der an der Entzündung beteiligten Leukozyten standen im Fokus der Auswertung. Hierzu wurden männliche C57BL/6 Mäuse vor oder während einer Manipulation mit den synthetisch hergestellten Substanzen (TP4311, TP6211, TP6212) oder mit Puffer behandelt. Im Anschluss wurden die Darmpassage in vivo und die Leukozyteninfiltration in der Darmmuskulatur bestimmt. Zur weiteren Charakterisierung der beteiligten Zelltypen wurden durchflusszytometrische Analysen genutzt.
Während der Nachweis eingewanderter Leukozyten in die Darmmuskulatur das Modell des POI als solches bestätigte, konnte weder eine statistisch signifikante Veränderung der Darmmotilität noch eine Entzündungsabnahme im Vergleich behandelter zu mit Placebo behandelten Tieren gezeigt werden. Ebenso konnte keine statistisch signifikante Veränderung der prozentualen Leukozytenverteilung nachgewiesen werden. Unsere Ergebnisse zeigen somit keinen antiinflammatorischen Effekt der synthetisch hergestellten Amino-Lipid-Verbindungen auf den POI.
Auch wenn diese Ergebnisse somit keinen Effekt im POI Mausmodell zeigten, heißt dies nicht, dass die Möglichkeit einer Immunonutrition mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren falsch ist. Die Auswahl anderer Stabilisatoren, Erkenntnisse über die entsprechenden Rezeptoren sowie Analysen des Metabolismus der eingesetzten Fettsäuren könnten die primär hoffnungsvollen Ansätze der Immunonutrition als Therapieoption bestärken.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/8998}
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