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Interesse an Pflanzen fördern
Eine Design Based Research-Studie mit Kindern und Jugendlichen

dc.contributor.advisorScheersoi, Annette
dc.contributor.authorTessartz, Amélie Elisabeth
dc.date.accessioned2022-01-27T13:07:57Z
dc.date.available2022-01-27T13:07:57Z
dc.date.issued27.01.2022
dc.identifier.urihttps://hdl.handle.net/20.500.11811/9575
dc.description.abstractObwohl Pflanzen für unsere Ökosysteme unverzichtbar sind, ist das Interesse an diesen Lebewesen bei vielen Menschen gering. Die Förderung des Interesses an Pflanzen scheint von besonderer Bedeutung, zumal das Interesse an Natur die Bereitschaft der Menschen zum Erhalt der biologischen Vielfalt positiv beeinflussen kann. Ziel der Forschungsarbeit bestand daher darin, das Interesse an Pflanzen differenziert zu betrachten: Dies betraf einerseits die genauere Untersuchung des Phänomens vor dem Hintergrund der Pädagogischen Interessentheorie und andererseits die Entwicklung und Evaluation von pflanzenbezogenen Bildungsangeboten, um Empfehlungen für die Interessenförderung bei Kindern und Jugendlichen ableiten zu können.
Um dieses doppelte Ziel erreichen zu können und sowohl einen Forschungsbeitrag zur Theorie(weiter)entwicklung als auch für die Bildungspraxis leisten zu können, wurde der Design Based Research (DBR)-Ansatz gewählt. Dazu wurden quantitative und qualitative Daten kombiniert. In einem ersten Schritt (Voruntersuchung) wurden Interessenunterschiede zwischen verschiedenen Pflanzenarten und -gruppen bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I und II ermittelt (Fragebogenstudie N=499; 10-18 Jahre) und Gründe für das unterschiedlich ausgeprägte Interesse untersucht (Interviews & teilnehmende Beobachtungen). Basierend auf den Ergebnissen konnten Gestaltungshypothesen für interessenfördernde Bildungsangebote formuliert werden, die im Rahmen einer Forscher-AG mit Schüler*innen geprüft wurden (Hauptuntersuchung).
Die quantitativen Daten der Voruntersuchung bestätigten ein geringes Interesse der Schüler*innen an Pflanzen. Als Grund wurde dafür in den durchgeführten Interviews beispielsweise die wahrgenommene Immobilität von Pflanzen genannt. Allerdings lassen sich auch Interessenunterschiede zwischen verschiedenen Pflanzenarten und -gruppen erkennen. Die Venusfliegenfalle, Kirschbäume und Sonnenblumen werden beispielsweise als interessanter bewertet als Gräser, Linden oder Fichten (p<0,001). Die qualitativen Daten zeigen, dass bestimmte pflanzenspezifische Merkmale für die Interessenunterschiede verantwortlich sind. So rufen Pflanzen mit besonderen „Fähigkeiten“ (z.B. fleischfressende Pflanzen), Pflanzen, die als Nahrung dienen (z.B. Kirschbäume), sowie Pflanzen mit ästhetischen Merkmalen (z.B. Farbe des Blütenkopfes der Sonnenblume) ein größeres Interesse hervor. „Gewöhnliche“ Pflanzen, die Menschen häufig in ihrem Alltag begegnen, werden hingegen als uninteressant bewertet.
Durch die Untersuchungen der Hauptstudie konnte gezeigt werden, dass die Gestaltung der Lernumgebung die Interessenentwicklung von Lernenden jedoch beeinflussen kann: Primärerfahrungen haben beispielsweise einen positiven Effekt auf das Interesse (z.B. die Pflege und der Anbau eigener Pflanzen). Auch steigern forschungsbasierte Aktivitäten, wie die Untersuchung von Bodentypen und das Sezieren von Pflanzen, das Interesse von Schüler*innen. Zudem werden Pflanzen als interessant wahrgenommen, wenn die Lernenden die persönliche oder ökologische Bedeutung von Pflanzen erkennen.
Durch die Identifikation von Faktoren, die die Interessenentwicklung allgemein beeinflussen und die Weiterentwicklung der Interessentheorie im Hinblick auf den spezifischen Interessengegenstand Pflanzen, wurde mit dieser Arbeit ein Beitrag zur Grundlagenforschung bzw. Theorieentwicklung geleistet. Die Formulierung konkreter Gestaltungsempfehlungen erleichtert den Transfer dieser Erkenntnisse in die Bildungspraxis und stellt die Grundlage für die praktische Umsetzung von Angeboten zur Förderung des Interesses an Pflanzen dar.
de
dc.description.abstractStimulating the interest in plants : A design based research study with children and adolescents
Although plants are essential to our ecosystems, people’s interest in plants is low. Promoting interest in plants seems to be of particular importance, as interest in nature correlates positively with people's willingness to preserve biodiversity.
Therefore, the aim of the research project was to take a differentiated look at interest in plants: On the one hand, this involved a more detailed investigation of the theory of interest with regard to the specific object plants. On the other hand, plant-related educational activities shall be developed and evaluated in order to derive recommendations for the promotion of interest in plants. To be able to enrich both basic theoretical research and educational practice, the design based research (DBR) approach was chosen.
To investigate interest in plants in a holistic way quantitative and qualitative data were combined. In a first step, differences in interest between different plant species and groups were identified (N=499; 10-18 yrs.) and reasons for these different levels of interest were explored (preliminary investigation). Based on these results, design-hypotheses for interest-promoting educational activities related to plants were formulated, and thereupon tested during workshops with children (formative evaluation).
The quantitative data of the preliminary investigation confirmed students’ low interest in plants. In subsequent interviews the perceived immobility of plants was cited as an exemplary reason for their disinterest. However, differences in interest between different plant species and groups are also noticeable. For example, Venus flytrap, cherry trees, and sunflowers are perceived as more interesting than grasses, linden trees, or spruces (p<0.001).
The qualitative data show that plant-specific characteristics are responsible for these differences in interest. For example, plants with special abilities (e.g., carnivorous plants), food plants (e.g., cherry trees), and plants with aesthetic features (e.g., the bright colours of a sunflower) elicit greater interest. On the contrary, common plants that people encounter in their everyday lives are perceived as uninteresting.
The results of the formative evaluation show that the design of the learning environment can, however, influence the development of learners’ interest: Enabling first-hand experiences is an exemplary design that has a positive effect on interest (e.g., caring for and growing own plants). Also, research-based activities, such as investigating soil types and dissecting plants, increase students’ interest. In addition, plants may be perceived as interesting when a personal or ecological value is recognised.
Through identifying general factors influencing the development of interest and further developing the theory of interest with regard to the specific object plants, a contribution to theoretical basic research was made. The formulation of design recommendations on the other hand facilitates the transfer of these findings into educational practice.
en
dc.language.isodeu
dc.rightsIn Copyright
dc.rights.urihttp://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
dc.subjectInteresse
dc.subjectDesinteresse
dc.subjectPlant Blindness
dc.subjectAußerschulisches Lernen
dc.subjectGärtnern
dc.subjectPflanzen beforschen
dc.subjectinterest
dc.subjectdisinterest
dc.subjectplant blindness
dc.subjectout-of-school learning
dc.subjectgardening
dc.subjectinvestigating plants
dc.subject.ddc370 Erziehung, Schul- und Bildungswesen
dc.subject.ddc500 Naturwissenschaften
dc.subject.ddc570 Biowissenschaften, Biologie
dc.subject.ddc580 Pflanzen (Botanik)
dc.titleInteresse an Pflanzen fördern
dc.title.alternativeEine Design Based Research-Studie mit Kindern und Jugendlichen
dc.typeDissertation oder Habilitation
dc.publisher.nameUniversitäts- und Landesbibliothek Bonn
dc.publisher.locationBonn
dc.rights.accessRightsopenAccess
dc.identifier.urnhttps://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-65251
ulbbn.pubtypeErstveröffentlichung
ulbbnediss.affiliation.nameRheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
ulbbnediss.affiliation.locationBonn
ulbbnediss.thesis.levelDissertation
ulbbnediss.dissID6525
ulbbnediss.date.accepted19.10.2021
ulbbnediss.instituteMathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät : Fachgruppe Biologie / Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen
ulbbnediss.fakultaetPhilosophische Fakultät
dc.contributor.coRefereeRetzlaff-Fürst, Carolin
ulbbnediss.contributor.orcidhttps://orcid.org/0000-0001-9296-4656
ulbbnediss.contributor.gnd1251328377


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