Monin, Malte Benedikt: Individualisierte Konzepte der Impfprävention und antiviralen Therapie bei Infektionen mit SARS-CoV-2 : Subgruppenanalysen in Risikopopulationen. - Bonn, 2026. - Habilitation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-87426
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-87426
@phdthesis{handle:20.500.11811/13833,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-87426,
author = {{Malte Benedikt Monin}},
title = {Individualisierte Konzepte der Impfprävention und antiviralen Therapie bei Infektionen mit SARS-CoV-2 : Subgruppenanalysen in Risikopopulationen},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = jan,
note = {In einer longitudinalen Impfstudie konnten wir für Patient:innen mit aktiven gastrointestinalen Karzinomen zeigen, dass ein Antigenerstkontakt mit SARS-CoV-2 und/oder einer der Omikron-Varianten des Virus weniger immunogen war als bei Patient:innen in der Nachsorge nach gastrointestinaler Krebserkrankung. Außerdem wurde im zeitlichen Verlauf eine raschere Abnahme der Immunität bei diesen Patient:innen beobachtet. Dabei wiesen Patient:innen mit pankreatikobiliären Karzinomen, unter klassischer chemotherapeutischer Behandlung und/oder mit systemischer Immundefizienz besonders eingeschränkte Impfantworten auf und waren somit einem anhaltend hohen Risiko schwerer Infektionen ausgesetzt. Durch eine erste Auffrischungsimpfung konnten die Immunantworten temporär stabilisiert werden; bei allen Patient:innen lag eine Serokonversion vor und die Impftiter waren nicht mehr vermindert. Es kam jedoch erneut zu einem Abfall der IgG-Spiegel über die Zeit. Ohne dass es zuvor zu einem Omikron-Antigenkontakt gekommen war, verliefen Durchbruchinfektionen mit einer der Omikron-Varianten von SARS-CoV-2 nach der Wildtyp-basierten Auffrischungsimpfung dennoch mild. Ein immunologischer und klinischer Schutz, auch vor neuen Virusvarianten, durch die Basisimmunität konnte somit diskutiert werden. Durch eine Omikron-Infektion und/oder eine Impfung mit einem Omikron-adaptierten Impfstoff wurde die Kapazität zur Neutralisation von Omikron-Varianten signifikant verbessert und die Gesamtimmunantwort erneut stabilisiert.
Bei Patient:innen mit systemischer Immundefizienz muss neben dem Risiko schwerer klinischer, auch das Risiko prolongierter virologischer Verläufe berücksichtigt werden. Daher wurden immunsupprimierte Patient:innen empirisch in der Erstlinie mit einer antiviralen Kombinationstherapie behandelt. Frühe antivirale Kombinationstherapien (Einleitung ≤5 Tage nach Diagnosestellung der SARS-CoV-2-Infektion) erwiesen sich in unserer multizentrischen, retrospektiven Auswertung als sicher und effektiv. Klinische Verläufe waren mild bis moderat und es ergaben sich keine Sicherheitsbedenken. Prolongierte Virusnachweise (≥10^6 SARS-CoV-2-Kopien/ml über mindestens 21 Tage) traten trotz früher antiviraler Kombinationstherapien selten und vor allem bei Patient:innen mit hämatologischen Neoplasien auf.},
url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/13833}
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Bei Patient:innen mit systemischer Immundefizienz muss neben dem Risiko schwerer klinischer, auch das Risiko prolongierter virologischer Verläufe berücksichtigt werden. Daher wurden immunsupprimierte Patient:innen empirisch in der Erstlinie mit einer antiviralen Kombinationstherapie behandelt. Frühe antivirale Kombinationstherapien (Einleitung ≤5 Tage nach Diagnosestellung der SARS-CoV-2-Infektion) erwiesen sich in unserer multizentrischen, retrospektiven Auswertung als sicher und effektiv. Klinische Verläufe waren mild bis moderat und es ergaben sich keine Sicherheitsbedenken. Prolongierte Virusnachweise (≥10^6 SARS-CoV-2-Kopien/ml über mindestens 21 Tage) traten trotz früher antiviraler Kombinationstherapien selten und vor allem bei Patient:innen mit hämatologischen Neoplasien auf.},
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