Thevißen, Julia Maria: Interprofessionelles, risikoadaptiertes Medikationsmanagement bei älteren Krebspatienten (IrMa). - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-89790
@phdthesis{handle:20.500.11811/14124,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-89790,
author = {{Julia Maria Thevißen}},
title = {Interprofessionelles, risikoadaptiertes Medikationsmanagement bei älteren Krebspatienten (IrMa)},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = may,

note = {Ältere Krebspatienten haben aufgrund chronischer Begleiterkrankungen, die meist zu einer Polymedikation führen, häufig ein erhöhtes Risiko für arzneimittelbezogene Probleme. Diese können die Verträglichkeit und Sicherheit onkologischer Therapien beeinträchtigen und somit das Risiko für chemotherapieassoziierte Toxizität erhöhen. Eine Medikationsanalyse kann diese Probleme reduzieren und somit die Arzneimitteltherapiesicherheit verbessern. Zudem eignen sich onkogeriatrische Scores zur Vorhersage chemotherapieassoziierter Toxizität. Einen Nutzen für die Patienten können diese Scores jedoch nur haben, wenn die ermittelten Risiken auch zu Konsequenzen führen.
Ziel dieser Studie war die Entwicklung und Evaluation eines interprofessionellen, risikoadaptierten Medikationsmanagements (IrMa), das darauf abzielte, die durch arzneimittelbezogene Probleme verursachte chemotherapieassoziierte Toxizität und Symptomlast bei älteren Krebspatienten zu verringern.
Der Ansatz sah eine individualisierte Betreuung vor, bei der die Intensität der Maßnahmen an das jeweils ermittelte Toxizitätsrisiko der Patienten angepasst wurde. Dieses Risiko wurde vor Beginn der Tumortherapie mithilfe des Cancer and Aging Research Group (CARG)-Scores sowie unter Berücksichtigung der bestehenden Polymedikation bestimmt. Basierend auf ihrem individuellen Risiko wurden die Patienten in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Während Patienten mit geringem Risiko eine Standardbetreuung erhielten, wurden Hochrisikopatienten zusätzlich durch eine Symptomberatung, eine Medikationsanalyse oder eine Kombination beider Maßnahmen unterstützt. Machbarkeit und Akzeptanz der Intervention wurden als primärer Endpunkt untersucht. Sekundäre Endpunkte umfassten die chemotherapieassoziierte Toxizität, die patientenberichtete Symptomlast sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Zur Einschätzung einer potenziellen Wirksamkeit wurde eine Nichtunterlegenheitsanalyse durchgeführt. Dabei wurde geprüft, ob Hochrisikopatienten trotz ungünstiger Ausgangssituation keine höheren Toxizitätsraten oder stärkere Symptomlast aufwiesen als Patienten mit geringem Risiko.
Die Intervention erwies sich als gut umsetzbar und wurde von den Patienten überwiegend positiv angenommen. Von 101 eingeschlossenen Patienten konnten 96 erfolgreich einer Risikogruppe zugeordnet werden. Die Umsetzungsrate betrug 100 % für die Medikationsanalyse und 74 % für die Symptomberatung. Von den identifizierten arzneimittelbezogenen Problemen mit Interventionsbedarf konnten 73,9 % erfolgreich gelöst werden.
Im ersten Therapiezyklus wiesen 67,5 % der Patienten in der Niedrigrisikogruppe und 80,4 % der Patienten in der Hochrisikogruppe mindestens eine schwerwiegende Toxizität (CTCAE-Grad ≥ 3) auf. Erste Hinweise auf eine Wirksamkeit der Intervention zeigten sich bei den patientenberichteten Symptomen Mukositis, Erbrechen, Obstipation und Diarrhoe. Für schwerwiegende Toxizität (Grad ≥ 3) ergab sich jedoch kein Wirksamkeitssignal.
Zusammenfassend stellt das interprofessionelle, risikoadaptierte Medikationsmanagement (IrMa) einen praktikablen Ansatz zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit bei älteren Krebspatienten dar. Die patientenberichteten Ergebnisse liefern erste Hinweise auf eine Wirksamkeit in Bezug auf die Reduktion bestimmter, durch supportive Maßnahmen beeinflussbarer Symptome.},

url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14124}
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