Hagner-Holler, Silke: Auftreten und Biologie von Septoria petroselini (Desm.) an Petersilie (Petroselinum crispum). - Bonn, 2002. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-00720
@phdthesis{handle:20.500.11811/1756,
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author = {{Silke Hagner-Holler}},
title = {Auftreten und Biologie von Septoria petroselini (Desm.) an Petersilie (Petroselinum crispum)},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2002,
note = {Septoria petroselini verursacht eine Blattfleckenkrankheit an Petersilie (Petroselinum crispum). Die Krankheit trat in den vergangenen Jahren regelmäßig in Deutschland, insbesondere in den Anbaugebieten in der Pfalz auf und führte zum Teil zu erheblichen Ernteeinbußen. Die vorliegende Arbeit soll das Wissen über Biologie und Epidemiologie von S. petroselini vergrößern, um eine effektive Bekämpfung der Krankheit zu ermöglichen.
S. petroselini verursachte nur bei P. crispum Befall, während an Wildkräutern, einschließlich Sellerie, keine Symptome auftraten. Das spricht für eine strenge Wirtsspezialisierung des Pathogens. In Vitro zeigte der Pilz ein optimales Wachstum bei 20-25°C. Für den Befall von Pflanzen erwiesen sich Feuchtigkeitsintensität und -dauer als entscheidender Umweltfaktor für die Entwicklung von S. petroselini. Nennenswerter Befall an Petersilienpflanzen konnte nur mit einer Inkubation bei 100% Luftfeuchte nach der Inokulation erreicht werden. Unter optimalen Bedingungen dauerte die Entwicklung bis zur Sporulation 14-21 Tage. Die verwendeten Isolate zeigten Unterschiede in der Virulenz. Die untersuchten Sorten wiesen gegenüber dem Erreger unterschiedliche Anfälligkeiten auf, wobei eine Sorte mit vollständiger Resistenz nicht gefunden werden konnte. An Saatgut befanden sich häufig Pyknidien mit Sporen, die jedoch keine Infektionen an Petersilienpflanzen hervorriefen. An getrocknetem Schnittgut blieben Infektionsstrukturen von S. petroselini drei Jahre lang vital. An abgestorbenen Blättern im Freiland behielt der Erreger über Wochen seine Infektiosität. Im Bestand erfolgte die Verbreitung des Pathogens von Blattmaterial oder Blattresten ausgehend über Wasserspritzer auf die Blattunterseite umliegender Pflanzen. S. petroselini infizierte die Pflanzen über die Spaltöffnungen und wuchs interzellulär im Blattgewebe. Anschließend setzte die Pyknidienbildung mit Sporulation ein oder der Pilz wuchs aus den Spaltöffnungen wieder aus, um erneut zu infizieren. An Pflanzen auf Freilandflächen konnte ein starker Befall mit S. petroselini regelmäßig, meist ab Mitte August beobachtet werden. Der Befallsanstieg fiel zeitlich mit dem Einsetzen einer verstärkten Taubildung durch starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht zusammen. Die Anzahl der Schnittmaßnahmen zeigte keinen Einfluss auf die Entwicklung des Erregers im Bestand, auch Kulturmaßnahmen wie das Entfernen von Schnittgut und Hacken hatten keine ausreichend befallsreduzierende Wirkung. Eine deutliche Verminderung des Befalls konnte durch die Anwendung eines azolhaltigen Fungizids erreicht werden. Der Initialbefall ging von befallenem Saatgut aus, die Verbreitung des Erregers erfolgte von diesen Infektionsherden über den gesamten Petersilienbestand. Für die Praxis ist anzustreben, aus den erarbeiteten Daten ein Prognosemodell für wahrscheinliche Infektionszeitpunkte für einen gezielten Pflanzenschutz zu entwickeln. Darüber hinaus muss großer Wert auf Feld- sowie Saatguthygiene gelegt werden.},

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