Beyer, Jutta: Nahinfrarotspektroskopische Untersuchungen an pharmazeutischen Hilfsstoffen und festen Arzneiformen. - Bonn, 2003. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-01141
@phdthesis{handle:20.500.11811/1882,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-01141,
author = {{Jutta Beyer}},
title = {Nahinfrarotspektroskopische Untersuchungen an pharmazeutischen Hilfsstoffen und festen Arzneiformen},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2003,
note = {In dieser Arbeit wurden die Einsatzmöglichkeiten der Nahinfrarot Spektroskopie zur Untersuchung von pharmazeutischen Hilfsstoffen und festen Arzneiformen untersucht. Der erste Teil der Arbeit beinhaltet die Charakterisierung von Lactosen, Magnesiumstearaten, Mikrokristallinen Cellulosen und Stärken anhand von NIR-Spektren. Der Schwerpunkt dieser Untersuchungen bestand in der Quantifizierung der Feuchtigkeitsgehalte dieser Hilfsstoffe, indem Kalibrierungsmodelle zur Wassergehaltsbestimmung mittels NIRS entwickelt wurden. Es konnte gezeigt werden, dass eine gemeinsame zerstörungsfreie Wassergehaltbestimmung von Produkten mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften möglich war. Bei den Lactosen mussten in diesem Zusammenhang herstellerbedingte spektrale Differenzen der Produkte berücksichtigt werden. Durch die Interpretation der OH-Schwingungen in den Lactose-Spektren konnte zwischen oberflächlich adsorbiertem Wassers und Kristallwasser differenziert werden. Mittels NIRS und primärer Referenzanalytik war es möglich, Magnesiumstearate anhand der OH-Schwingungen im Spektrum zu verschiedenen pseudopolymorphen Modifikationen zuzuordnen. Mikrokristalline Cellulosen konnten trotz Partikelgrößen- und Herstellerunterschiede sehr gut mit einem Kalibrierungsmodel analysiert werden. Die Herkunft verschiedener Stärkenarten aus Mais, Kartoffeln und Weizen wurde ebenfalls anhand der OH-Schwingungen mittels Nahinfrarot Spektroskopie identifiziert.
Die NIR-Spektroskopie ermöglichte eine differenzierte Charakterisierung der Hilfsstoffe, da sich die physikalischen Eigenschaften, die erheblich zur technologischen Funktionalität der Substanzen beitragen, in den Spektren wiederspiegeln. Die NIR-Spektroskopie kann somit insbesondere zur technologischen Bewertung von pharmazeutischen Hilfsstoffen beitragen.
Im zweiten Teil der Arbeit wurde eine zerstörungsfreie Gehaltsbestimmung eines Fertigarzneimittels mit Kalium- und Magnesiumaspartat als Wirkstoff entwickelt. Die Arbeit beschreibt die einzelnen Schritte der Methodenentwicklung und zeigt deutlich die Problematik bei der Kalibrierung des Spektrometers auf. Die Herstellung von 30 Chargen synthetischer Kalibriermuster mit unterschiedlicher Wirkstoffzusammensetzung erforderte einen Scale down des Produktionsansatzes. Dieses ging mit einer Veränderung der physikalischen Eigenschaften von Granulaten und Tablettenkernen im Vergleich zu Produktionschargen einher. Um den Einfluss dieser Parameter auf die NIR-Spektren der Kalibriermuster zu charakterisieren, wurden Untersuchungen der Granulatmorphologie und deren Partikelgrößenverteilung vorgenommen, sowie Verdichtungsverhalten und Restfeuchte der Granulatchargen bestimmt. Nach der Tablettierung wurde insbesondere der Einfluss der Presskraft und der Nachhärtung auf die Tablettenkerne untersucht, da diese Parameter ebenfalls Einfluss auf die NIR-Spektren haben. Hier konnte eine gute Korrelation von Bruchfestigkeitswerten und deren Vorhersage mittels NIRS gezeigt werden.
Am Beispiel der Gehaltsbestimmung von Tromcardin/ -forte Tabletten wurde ein Vergleich von Reflexions- und Transmissionsspektroskopie gezeigt, wobei der Grenzbereich der Transmissionsmessung erreicht und bewertet wurde. Bei einer Tablettenhöhe von mehr als 7 mm konnte der relevante Spektralbereich zur quantitativen Auswertung mittels Transmissionsspektroskopie nicht ausreichend detektiert werden. Die Reflexionsspektren ermöglichten eine sehr gute Vorhersage des Wirkstoffgehaltes, was anhand von unabhängigen Produktionschargen überprüft wurde.
Der Vergleich von einem Michelson- und einem Polarisations-Interferometer wurde anhand von charakteristischen Spektralbereichen dargestellt, wobei die Gleichwertigkeit der Geräte innerhalb dieser Fragestellung gezeigt werden konnte.
Da es sich bei der NIR-Spektroskopie um eine zerstörungsfreie, schnelle und umweltfreundliche Methode handelt, bietet sie bei vorausgehender Kalibrierung des Spektrometers ein großes Potential zur Charakterisierung von Hilfsstoffen und Arzneiformen.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/1882}
}

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