Kirsch, Janina Alexandra: Multimodale Informationsverarbeitung im Diencephalon des Goldfisches, Carassius auratus . - Bonn, 2003. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-01214
@phdthesis{handle:20.500.11811/1885,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-01214,
author = {{Janina Alexandra Kirsch}},
title = {Multimodale Informationsverarbeitung im Diencephalon des Goldfisches, Carassius auratus },
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2003,
note = {In dieser Arbeit wurde untersucht, ob sensorische Information im Diencephalon des Goldfisches Carassius auratus nach Modalitäten getrennt oder multimodal verarbeitet werden. Dabei wurden sowohl einzelne Neurone als auch Kerngebiete auf multimodale Eingänge untersucht. Die Daten sollten Hinweise auf funktionale Unterschiede zwischen Vorderhirnstrukturen von Fischen und Säugetieren liefern. Dazu wurde im Diencephalon des Goldfisches von Einzelzellen in fünf verschiedenen Kerngebieten des Thalamus, des Hypothalamus und des Posterioren Tuberkels bei Darbietung von Reizen unterschiedlicher Modalität elektrophysiologisch abgeleitet. Zudem wurde das zeitliche Auflösungsvermögen im zentral-posteriorer Thalamus mit dem im anterior-tuberaler Kern des Hypothalamus verglichen. Die Spontanaktivität einzelner Neurone im Hellen und im Dunkeln in verschiedenen Arealen, sowie die Latenzen von Einzelzellantworten bei stationärer Reizung wurden bestimmt. Es hat sich gezeigt, dass in allen untersuchten Arealen mehrere Modalitäten verarbeitet wurden. Alle Kerngebiete erhielten visuelle Eingänge, aber auch Information aus dem akustischen, dem vibratorischen und/oder dem Seitenliniensystem. Das zeitliche Auflösungsvermögen im Thalamus war höher als im Hypothalamus, die Latenzen in diesen beiden Arealen waren nicht verschieden, streuten aber sehr. Bei Aufzeichnung der Spontanaktivität konnte festgestellt werden, dass manche Neurone im Hellen eine andere Spontanaktivität hatten als im Dunkeln und dass die Spontanrate mancher Neurone sehr variabel war.
Das Fazit dieser Arbeit ist, dass es grundlegende Unterschiede zwischen dem Vorderhirn von Fischen und Säugern gibt, die sich zum Beispiel darin zeigen, dass im dorsalen Thalamus der Säuger sensorische Information ausschließlich streng nach Modalitäten getrennt verarbeitet werden, bei Goldfischen hingegen multimodale Informationsverarbeitung in allen untersuchten diencephalen Kerngebieten überwiegt. Zudem haben Neurone in den thalamotelencephalen Bahnen der Säuger ein hohes zeitliches Auflösungsvermögen, bei Fischen nimmt das zeitliche Auflösungsvermögen der Neurone innerhalb der ins Telencephalon aufsteigenden Bahnen ab.
Die Daten der vorliegenden Arbeit zeigen, dass aufsteigende modalitätsspezifische Systeme bei Goldfischen physiologisch nicht nachzuweisen sind.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/1885}
}

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