Nickel, Elke: Oligozäne Beckendynamik und Sequenzstratigraphie am Südrand des Nordwesteuropäischen Tertiärbeckens. - Bonn, 2004. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-03036
@phdthesis{handle:20.500.11811/1958,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-03036,
author = {{Elke Nickel}},
title = {Oligozäne Beckendynamik und Sequenzstratigraphie am Südrand des Nordwesteuropäischen Tertiärbeckens},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2004,
note = {Durch die Analyse von Bohrdaten aus 230 Explorations- und Forschungsbohrungen wird für die oligozäne Sedimentfüllung am Südrand des Nordwesteuropäischen Tertiärbeckens zwischen Belgien im Westen und Sachsen-Anhalt im Osten ein konsistentes sequenzstratigraphisches Modell aufgestellt. Insgesamt werden sechs oligozäne Sequenzen (R 1 – R 3 und C 1 - C 3) im Arbeitsgebiet nachgewiesen, die sehr gut mit den Sequenzen von HARDENBOL et al. (1998) korrespondieren. Damit gehört die Niederrheinische Bucht zu den europäischen Regionen mit der vollständigsten oligozänen Sedimentfüllung, in der trotz starker Subsidenz beckenweite Meeresspiegelschwankungen nachzuweisen sind. Grundlage für den Nachweis der Oligozänsequenzen war die Festlegung von Überflutungs- und Erosionsflächen.
Zu Beginn des Rupel transgredierte die Nordsee auf das südlich gelegene Vorland und füllte das vorhandene Relief weitgehend auf. In der südwestlichen Niederrheinischen Bucht entwickelte sich in RU-2 ein SW-NE streichendes küstenparalleles Barrieresand-System unter tidalen Bedingungen an einer von Seegang beherrschten Küste. Es wurde durch einen starken Meeresspiegelanstieg zu Beginn von RU-3, der im gesamten Arbeitsgebiet zur Entwicklung einer ‚condensed section’ führte, konserviert. Mit RU-4 wurde eine regressive Phase eingeleitet, in der es zur Verflachung des Ablagerungsraums und zum vermehrten Eintrag von klastischem Material durch die Heraushebung des Rheinischen Massivs im Hinterland kam.
Zu Beginn des Chatt setzte eine beckenweite Transgression ein, die mit einer Glaukonitanreicherung in den Ablagerungen auf geringe Sedimentlieferraten aus dem Hinterland schließen lässt. Sie erreichte ihr Maximum während CH-2 mit Wassertiefen bis 60 Meter. Bis zum Ende des Chatt kam es mehrfach zu Regressions- und Transgressionsbewegungen der oligozänen Nordsee. Für die Chatt-Sedimente wurde erstmals die Parallelisierung des marinen Veldhoven Clay, der marinen Grafenberg-Sande und der kontinental beeinflussten Köln-Schichten durchgeführt.
Das belgisch-niederländisch-deutsche Grenzgebiet unterlag im Rupel und Chatt dem Zusammenspiel von alpiner Kompressionstektonik und zunehmend extensionstektonischen Einflüssen des känozoischen Zentraleuropäischen Rift-Systems. Zu Beginn des Rupel war die Absenkungsbewegung des Untergrundes am Nordrand des Faltenvariszikums zwischen Belgien und Sachsen-Anhalt sehr konsistent. Senkrecht zur Hauptspannungsrichtung NNW-SSE, die durch die Alpen-Orogenese auf die mitteleuropäische Erdkruste wirkte, wurden variszische Strukturen reaktiviert und prägten maßgeblich die Sedimentation. Bereits ab RU-4 und nicht erst mit Beginn des Oberoligozän (ZAGWIJN 1989) ist die Anlage des heutigen tektonischen Bauplans in der Referenzregion nachweisbar. Ab dem Chatt ist eine unterschiedliche Entwicklung der Niederrheinischen Bucht zu erkennen, da sich die Bruchschollen zunehmend differenzierten.},

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