Pleischl, Stefan: Zum Vorkommen von Legionellen in wasserführenden, technischen Systemen und der Wirksamkeit von Sanierungsmaßnahmen unter Praxisbedingungen. - Bonn, 2004. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-04395
@phdthesis{handle:20.500.11811/2096,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-04395,
author = {{Stefan Pleischl}},
title = {Zum Vorkommen von Legionellen in wasserführenden, technischen Systemen und der Wirksamkeit von Sanierungsmaßnahmen unter Praxisbedingungen},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2004,
note = {Durch systematischer Auswertungen und Untersuchungen unter Praxisbedingungen wurden technische, wasserführende Systemen auf das Vorkommen von Legionellen überprüft und Sanierungskonzepte hinsichtlich einer wirksamen Prophylaxe von Legionellenkontaminationen und deren Beseitigung oder Minimierung verglichen.
Da Legionellen ein Infektionsrisiko für exponierte und empfängliche Personen beinhalten und Legionellenausbrüche durch Minderung der Legionellenkonzentration in den als Infektionsquelle ursächlich abgesicherten wasserführenden Systemen unter Kontrolle gebracht werden können, muss es Ziel von Präventionsmaßnahmen sein, wasserführende technische Systeme so zu betreiben, dass es unter Berücksichtigung der spezifischen Gefährdung exponierter Personen nicht zu Legionellenkonzentrationen kommt, die zu einer erhöhten Infektionsgefährdung führen können.
Durch Untersuchungen von Trinkwasserwärmungsanlagen, Badewasseraufbereitungsanlagen, raumlufttechnischen Anlagen, Rückkühlwerken, Kühltürmen und zahnärztlichen Behandlungseinrichtungen konnte gezeigt werden, dass die vorhandenen Empfehlungen für eine Erkennung von Legionellenkontaminationen ausreichend sind, hinsichtlich des Nachweisverfahrens aber vereinheitlicht werden sollten. Weiterhin sind die Untersuchungsintervalle zu überarbeiten. In der Praxis hat sich gezeigt, dass bezüglich der Sanierungsmaßnahmen das Verfahren der thermischen Desinfektion aufgrund der relativ einfachen Anwendung von den Betreibern grundsätzlich als Mittel der Wahl angesehen wird. Die Wirksamkeit dieser thermischen Desinfektion wird von den Ergebnissen der vorliegenden Studie unterstützt. Voraussetzung für einen Erfolg der Maßnahme sind allerdings die Anwendung ausreichend hoher Temperaturen und eine sorgfältige Behandlung aller Entnahmearmaturen, da ansonsten eine Rekontamination aus unzureichend behandelten Abschnitten des Leitungssystems möglich ist.
Abseits dieses thermischen Verfahrens haben sich andere Sanierungsmaßnahmen in der Praxis entweder als zu aufwändig (chem. Desinfektion) oder nur punktuell wirksam (UV-Desinfektion) erwiesen. Weitere liegen aufgrund ihrer Wirkungsweise oder eingesetzten Wirkstoffkonzentrationen im Widerspruch zu geltenden Vorschriften (Ag/Cu-Ionisation), oder es liegen noch zu wenig Erfahrungen vor (Anodische Oxidation), um Aussagen über eine Wirksamkeit treffen zu können.
Dringend erforderlich ist die Erstellung von Empfehlungen und Richtlinien für Kühlwassersysteme (Kühltürme und Rückkühlwerke), da durch solche Anlagen wiederholt Infektionen ausgelöst wurden. Dies könnte z.B. auf Basis des Infektionsschutzgesetzes geschehen. Aufgrund der Ergebnisse dieser Arbeit ist festzuhalten, dass für eine Infektionsprävention in technischen, wasserführenden Systemen nicht nur vorhandene Empfehlungen und Vorschriften einzuhalten sind, sondern insbesondere die Kombination aus hygienisch-technischer Ortsbegehung und Probenahme entscheidend ist, um den Sanierungsbedarf in kontaminierten Systemen mit vertretbarem Aufwand abzuschätzen und geeignete Konzepte zur Verminderung der Infektionsgefährdung zu entwickeln.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/2096}
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