Michelis, Ioannis: Taphonomie des Howe Quarry’s (Morrison-Formation, Oberer Jura), Bighorn County, Wyoming, USA. - Bonn, 2004. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-04632
@phdthesis{handle:20.500.11811/2111,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-04632,
author = {{Ioannis Michelis}},
title = {Taphonomie des Howe Quarry’s (Morrison-Formation, Oberer Jura), Bighorn County, Wyoming, USA},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2004,
note = {Der Howe Quarry in Nordwyoming dokumentiert ein Massenvorkommen an Sauropoden der Morrison Formation (Oberer Jura, Kimmeridgium-Tithonium). Das Ziel dieser Arbeit ist Antworten zur Paläobiologie der Sauropoden durch Studium der Howe Quarry-Taphonomie zu erarbeiten. Dabei soll insbesondere die Frage geklärt werden, ob der Howe Quarry eine Sauropodenherde enthält. Es werden Hypothesen zur Entstehung der Massenansammlung aufgestellt und mit den taphonomischen Daten abgeglichen. Die favorisierte Hypothese wird im Detail vorgestellt. Zur Zeit ist eine genaue stratigraphische Einordnung für den Howe Quarry innerhalb der Morrison Formation nicht möglich. Die Fundschicht ist ein olivgrüner, inhomogener, mergeliger Siltstein variabler Mächtigkeit. Das ehemals schlammige Sediment wird als Wasserloch im Uferbereich eines Flusses interpretiert. Sedimentologische Daten deuten auf eine Überflutung der Fundschicht am Ende einer Dürre hin. Der Howe Quarry enthielt ca. 2400 Knochen, die zu mindestens 25 Teilskeletten gehörten. Außerdem wurden mehr als 60 isolierte Theropodenzähne geborgen. Die Fauna wird durch den Sauropoden Barosaurus dominiert. Apatosaurus, Camarasaurus und Camptosaurus treten als Minderheiten auf. Außer adulten sind auch einige juvenile bis subadulte Individuen vorhanden. Räumlich sind die Teilskelette nach ihrer Größe geordnet, die zur Peripherie der Fundschicht sukzessive abnimmt. Gruppierung der meisten Teilskelette von Apatosaurus sowie Camarasaurus ist ebenfalls nachweisbar. Die Mehrheit der Knochen ist nicht verwittert. Die meisten wurden in einer subhorizontalen Orientierung gefunden. Einerseits variiert die Vollständigkeit der Teilskelette zwischen stark zerfallen und bis zu 50 % vollständig. Andererseits gibt es auch viele Gemeinsamkeiten im Zerfallsmuster. Die relative Unvollständigkeit steht in starkem Kontrast zur Erhaltung von Material, das selten bei anderen Sauropodenskeletten dokumentiert wurde (z.B. Schädel, Claviculae, Sternalrippen, kohlige Haut, in situ fossilisierter Mageninhalt mit Gastrolithen). Die regelmäßige Beobachtung aufrecht stehender, artikulierender distaler Extremitäten ist von taphonomischer Bedeutung, weil sie eine autochthone Situation dokumentieren. Die Erhaltung von Haut deutet auf Mumifizierung hin. Die Unterrepräsentierung der Femora und der Elemente aus dem Sacropelvicalkomplex wurde sehr wahrscheinlich durch Aasfresser hervorgerufen. Das Howe Quarry-Leichenfeld wird als das Resultat einer extremen Dürre interpretiert. Aufgrund der Dürre versammelten sich physisch geschwächte Tiere an einem schlammigen Wasserloch, das vor ihrem Tod austrocknete. Als die toten Körper zur Seite fielen waren viele distale Extremitätenhälften im sich verfestigenden Sediment fixiert. Aasfressende Theropoden verursachten die Disartikulation der Sauropodenskelette, wobei die Juvenilen den höchsten Grad der Disartikulation zeigen. Obwohl Mumifizierung zum Teil vorhanden ist, deutet das Fehlen von Verwitterungsspuren darauf hin, dass nur eine relativ kurze Zeit bis zur Bedeckung verging. Am Ende der Dürre initiierten starke Überflutungen die Bedeckung der Knochenschicht. Der Howe Quarry ist eine außergewöhnliche Lokalität dessen Merkmale von keiner anderen Sauropodenfundstellen bekannt sind. Das Dürreszenario enthält Implikationen, die höchst wahrscheinlich eine Interpretation der Howe Quarry Sauropoden als Mitglieder einer Herde ausschließen.},
url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/2111}
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