Dilba, Carsten: Das Memorialprogramm für Eleonore von Kastilien : Manifestation königlichen Selbstanspruchs Eduards I. von England ; 1290-1300. - Bonn, 2005. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-05820
@phdthesis{handle:20.500.11811/2242,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-05820,
author = {{Carsten Dilba}},
title = {Das Memorialprogramm für Eleonore von Kastilien : Manifestation königlichen Selbstanspruchs Eduards I. von England ; 1290-1300},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2005,
note = {In den zehn Jahren nach dem Tod der englischen Königin Eleonore von Kastilien (gest. 1290) wurde von ihrem Gemahl, Eduard I., eines der umfassendsten Memorialprogramme des Mittelalters initiiert. Die in der Nähe von Lincoln verstorbene Königin erhielt in der dortigen Kathedrale ein Eingeweidegrabmal mit bronzener Liegefigur, eine goldene Herzurne in der Londoner Dominikanerkirche und ein weiteres Tumbengrabmal mit Bronzegisant für die Beisetzung des Körpers in der Westminster Abbey. Die Königin wurde auf einem zwölftägigen Leichenzug vom Todesort nach Westminster überführt. An den Orten, an denen die Prozession übernachtete, wurden in den folgenden Jahren monumentale, mehrgeschossige Memorialkreuze errichtet, in denen multiple Figuren der Verstorbenen in einem Tabernakelgeschoß eingestellt waren. Drei der ursprünglich zwölf Kreuze und das Grabmal in Westminster blieben unzerstört, weitere Monumente sind in Bildquellen des 17. Jahrhunderts überliefert. Da die Abrechnungen der Testamentsvollstrecker im Londoner Public Record Office erhalten geblieben sind, die Auskunft über die beteiligten Handwerker, Baumeister und Bildhauer geben, können die Bauwerke und ihr figürlicher Schmuck einzelnen Künstlern zugewiesen werden. Eine detaillierte Auswertung der Schriftquellen erlaubt genaue Aussagen zur Organisation der königlichen Bauadministration, zu Verwaltungsstrukturen und Dispositionsbefugnissen.
Eine stilistische Analyse der erhaltenen Memorialbauten zeigt zudem, daß die leitenden Architekten und Bildhauer etwa zeitgleich an mehreren Grabmalen der königlichen Familie in der Westminster Abbey tätig waren. Es konnte herausgearbeitet werden, daß das Memorialprogramm für Eleonore von Kastilien nur ein Teil eines weitaus umfassenderen Gesamtprojektes Eduards I. zur Initiierung einer familienbezogenen Grablege in Westminster war. Sie stand in unmittelbarer Konkurrenz zur dynastischen Grablege der französischen Könige in St.-Denis.
Die sogenannten Eleanor-Crosses folgten dem Modell der „Montjoies de Saint Louis“, den Bildstöcken, die an den letzten Haltepunkten des Leichenzuges des 1270 auf dem Kreuzzug verstorbenen Ludwig IX. von Frankreich errichtet wurden. Es zeigt sich, daß Eduard I. in den Memorialbauten für seine Gemahlin, in der Initiierung einer Grablege in Westminster und im Funeralzeremoniell für Eleonore dem französischen Königshaus und insbesondere Ludwig von Frankreich als „Rex Christianissimus“ nacheiferte. Das Memorialprogramm für Eleonore von Kastilien stand im Spannungsfeld berechnender (Bau)politik und persönlicher Devotion.},

url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/2242}
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