Gottwald, Andrea Martina: Spermidin Metabolismus in Plasmodium falciparum und Plasmodium vivax : Biochemische und molekularbiologische Untersuchungen der Deoxyhypusinsynthase und des eukaryontischen Translationsinitiationsfaktors 5A. - Bonn, 2005. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-05392
@phdthesis{handle:20.500.11811/2278,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-05392,
author = {{Andrea Martina Gottwald}},
title = {Spermidin Metabolismus in Plasmodium falciparum und Plasmodium vivax : Biochemische und molekularbiologische Untersuchungen der Deoxyhypusinsynthase und des eukaryontischen Translationsinitiationsfaktors 5A},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2005,
note = {Im Rahmen der Arbeit wurde der Spermidin Metabolismus in Plasmodium falciparum und Plasmodium vivax molekularbiologisch und biochemisch untersucht. Ziel war es mögliche "molekulare Targets" für neue Chemotherapeutika gegen Malaria zu identifizieren und analysieren.
Durch ein Inhibitorexperiment mit Dicyclohexylamin (DCA) und anschließender Supplementation von exogenem Spermidin erfolgte der indirekte Nachweis, dass es eine Spermidinsynthase (SPS) in P. falciparum gibt. Inzwischen konnte die Spermidinsynthase des P. falciparum 3D7 Stammes von Luersen et al. (2000) erfolgreich kloniert und deren Funktion nachgewiesen werden. Weiterhin ließen die durch die Inhibitorstudie mit 1,7-Diaminoheptan (DAH) erhaltenen Ergebnisse sowie der Genbankeintrag einer Deoxyhypusinsynthase (DHS)codierenden Genregion in P. falciparum (Molitor et al., 2000/ Gardner et al., 2002), den Schluss zu, dass eine DHS in P. falciparum existiert. Aufgrund der Inhibitionsexperimente mit Agmatin und einer nachfolgenden GC/MS Analyse, bei der erstmalig Homospermidin in P. falciparum nachgewiesen wurde, wurde das Vorliegen einer separaten Homospermidinsynthase (HSS)vermutet.
Weitere Inhibitorexperimente wurden durchgeführt, um den inhibitorischen Effekt von Agmatin in in vitro Kulturen von P. falciparum Stämmen mit neueren Chemotherapeutika, Artemisinin und Triclosan, sowie dem konventionellen Chloroquin, zu vergleichen. Die Ergebnisse dieser Experimente machen deutlich, dass die Inhibitoren Agmatin und Artemisinin eine bessere Selektivität und größere Toxizität, im Gegensatz zu Chloroquin und Triclosan besitzen. Außerdem zeigte ein Vergleich der Effizienz von Artemisinin und Agmatin auf die Entwicklungsstadien des Parasiten, dass beide Hemmstoffe gegen alle erythrozytären Stadien aktiv waren.
Eine weitere Fragestellung, die in unseren Experimenten untersucht wurde, war der Effekt von Agmatin auf die Biosynthese der zellulären RNA im Vergleich zu Triclosan, Artemisinin und Chloroquin. Bei einer Konzentration von 200 µM Agmatin und 2 µM Triclosan konnte kein Unterschied im Vorkommen und in dem Muster der zwei prominenten RNA Spezies 19S und 26S ribosomaler RNA (rRNA) in Bezug auf den Chloroquin-sensitiven (CQS) und die Chloroquin-resistenten (CQR) Stämme beobachtet werden. Im Fall von Artemisinin und Chloroquin konnte weder beim NF54 - Stamm, noch bei dem R - (CQR) und Dd2 - (CQR) Stamm nach 24 Stunden rRNA isoliert werden.
In dieser Arbeit konnten zwei Proteine, die bislang noch nicht für den Parasiten beschrieben waren, als mögliche neue Zielstrukturen identifiziert werden. Zum einen konnte eine DHS/HSS codierende Genregion aus dem P. falciparum NF54 - Stamm isoliert, sequenziert und exprimiert werden. Die isolierte DHS/HSS Genregion besitzt eine Größe von 1491 bp und codiert ein Protein mit einer Größe von 467 Aminosäuren.
Das Protein konnte exprimiert werden, dessen spezifische Aktivität gemessen und auch die Bifunktionalität (Deoxyhypusinsynthaseaktivität/ Homospermidinsynthaseaktivität) dieses Enzyms gezeigt werden (Hammels et al., 2004).
Das zweite Protein, dass identifiziert wurde, ist der eukaryontische Translations-initiationsfaktor 5A aus P. vivax. Auch dieses Protein konnte isoliert, sequenziert und exprimiert werden. Die erhaltene eIF5A Sequenz von P. vivax (Salvador I Stamm) besitzt einen offenen Leserahmen von 486 bp und codiert ein Protein in der Größe von 162 Aminosäuren. Es konnte gezeigt werden, dass eine Kreuzreaktion zwischen dem exprimierten eIF5A Protein und dem homologen NeIF5A aus Nicotiana plumbaginifolia (Solanaceae) mit einem polyklonalen Antikörper bestand. Dies deutet daraufhin, dass sich eIF5A aus P. vivax aus einer höheren Pflanze rekrutiert. In der Zukunft soll mit den überexprimierten Proteinen biologische Testsysteme aufgebaut werden, um auf potenzielle Inhibitoren zu testen. Hierfür könnten auch pflanzliche Extrakte traditioneller Arzneipflanzen, die gegen Fieber wirksam sind, zum Einsatz kommen. Außerdem soll mit Hilfe eines Versuchs zum Gensilencing von eIF5A, durch die Darstellung einer eIF5A Mutante mit Hilfe der siRNA Technik, in fortführenden Experimenten dessen Bedeutung in der Zellproliferation näher untersucht und charakterisiert werden.},

url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/2278}
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