Thomas, Esther: Bestimmung der gastrointestinalen Oxalat-Absorption unter verschiedenen vegetarischen Kostformen sowie bei Gabe eines Antacidums und Antidiarrhoicums. - Bonn, 2007. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-10965
@phdthesis{handle:20.500.11811/2718,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-10965,
author = {{Esther Thomas}},
title = {Bestimmung der gastrointestinalen Oxalat-Absorption unter verschiedenen vegetarischen Kostformen sowie bei Gabe eines Antacidums und Antidiarrhoicums},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2007,
note = {Calciumoxalat ist mit 70 - 75 % die am häufigsten vorkommende Harnsteinart. Bei der Calciumoxalat-Urolithiasis ist die Höhe der Oxalat-Ausscheidung von besonderer Bedeutung. Diese wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, z.B. einer Hyperabsorption von Oxalat im Gastrointestinaltrakt, welche u.a. gehäuft bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen auftritt. Bei diesen Erkrankungen werden oft Medikamente verschrieben, die einen zusätzlichen, aber noch nicht untersuchten Einfluss auf die Oxalat-Absorption ausüben können. Des weiteren kann die Zufuhr oxalatreicher Lebensmittel zu einer vermehrten Oxalat-Ausscheidung im Urin führen, welche unter einer vegetarischen Kost beobachtet werden kann. Ob die Höhe der Oxalat-Zufuhr oder/und andere ernährungsbedingte Einflüsse für die vermehrte Oxalat-Ausscheidung bei Vegetariern entscheidend sind, ist bis jetzt noch nicht geklärt.
Um diese Einflüsse näher zu untersuchen, wurden in der vorliegenden Arbeit zwei Studien an jeweils 8 gesunden Probanden (Studie 1: Alter 28,6 ± 6,3 Jahre, BMI 22,3 ± 2,7 kg/m²; Studie 2: Alter 38,6 ± 17,6 Jahre; BMI 23,0 ± 2,7 kg/m²) mit Hilfe des [13C2]Oxalat-Absorptionstests durchgeführt. An beiden Tagen des Tests mussten die Probanden jeweils eine genau definierte Kost einhalten und die 24-h Urine sammeln. Aus dem 24-h Urinen wurden die zur Harnsteindiagnostik üblichen Urinparameter bestimmt.
In der ersten Studie wurde der Einfluss zweier vegetarischer Kostformen mit unterschiedlichem Oxalatgehalt auf die intestinale Oxalat-Absorption und -Ausscheidung im Urin untersucht. Die mittlere intestinale Oxalat-Absorption stieg unter der vegetarischen Kost mit niedrigem (70 mg) Oxalatgehalt um 72°% und die mittlere Oxalat-Ausscheidung im Urin um 30 % im Vergleich zur Misch-Kost (63 mg Oxalat). Die prozentuale Oxalat-Absorption (p=0,012) und die renale Oxalat-Ausscheidung im Urin (p=0,012) sowie die Calciumoxalat-Urinübersättigung (p=0,017) stieg nur in der vegetarischen Kost mit niedrigem Oxalat-Gehalt signifikant, im Vergleich zur Misch-Kost. Die intestinale Oxalat-Absorption und -Ausscheidung im Urin steigt unter einer vegetarischen Kost unabhängig vom Oxalat-Gehalt. Eine hohe intestinale Absorption von Oxalat unter einer vegetarischen Kost wird nicht nur einfach vom deren Oxalat-Gehalt bestimmt. Das Ausmaß wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, wie der Bioverfügbarkeit des Nahrungsoxalats und -calciums, sowie dem Ballaststoffgehalt, insbesondere dem Phytinsäuregehalt. Die Empfehlung einer vegetarischen Ernährung bei Calciumoxalat-Steinpatienten sollte nur unter Anpassung der oben genannten Einflussfaktoren erfolgen.
Die zweite Studie untersuchte den Einfluss zweier in der Urologie und Gastroenterologie häufig angewandten Medikamente (das Antacidum Nephrotrans®: Dosis 1,86 mg Loperamid und das Antidiarrhoicum Imodium®: Dosis 3 x 1000 mg Natriumhydrogencarbonat) auf die gastrointestinale Oxalatabsorption und -Ausscheidung im Urin. Die mittlere Oxalat-Absorption der Probanden betrug ohne Medikamenteneinnahme 7,5 ± 2,8 %, unter Gabe von Imodium® 10,1 ± 4,8 % und unter Nephrotrans® 8,2 ± 3,8 %. Die mittlere renale Oxalat-Ausscheidung ohne Medikamenteneinnahme betrug 0,338 ± 0,077 mmol, unter Gabe von Imodium® 0,326 ± 0,084 mmol und unter Nephrotrans® 0,349 ± 0,104 mmol. Das Risiko der Calciumoxalatübersättigung im Urin ohne Medikamenteneinnahme im Vergleich zur Einnahme von Imodium® bzw. Nephrotrans® war nicht signifikant verschieden. Der Effekt von Imodium® und Nephrotrans® in der üblichen Dosierung auf die mittlere intestinale Oxalat-Absorption und -ausscheidung im Urin ist als gering einzustufen. Bei intaktem Gastrointestinaltrakt von Steinpatienten, können diese Medikamente in der üblichen Dosierung auch weiterhin unbedenklich Patienten mit Urolithiasis empfohlen werden. Bei höheren Dosierungen sowie bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen sollte der Einfluss jedoch im Einzelfall überprüft werden.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/2718}
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