Föbker, Stefanie: Wanderungsdynamik in einer schrumpfenden Stadt : eine Analyse innerstädtischer Umzüge. - Bonn, 2008. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-14597
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Das Thema Stadtschrumpfung hat in den vergangenen Jahren eine starke Aufmerksamkeit erlangt. Im Zentrum dieser Arbeit steht eine Auseinandersetzung mit der hohen innerstädtischen Wanderungsdynamik, die im Zusammenhang mit Schrumpfung beobachtet wird. Erklärungen dafür setzen bei den erweiterten Umzugsmöglichkeiten an, die ein entspannter Wohnungsmarkt bietet, sowie bei den problematischen Wohnumfeldbedingungen in schrumpfenden Vierteln. In der Literatur wird auch auf die Konsequenzen innerstädtischer Umzüge hingewiesen und festgestellt, dass Haushalte, die über ausreichend Kapital verfügen, unter entspannten Wohnungsmarktbedingungen schrumpfende Viertel verlassen und dort benachteiligte Haushalte zurückbleiben (passive Segregation). Demgegenüber stellt sich jedoch die Frage, ob nicht auch benachteiligte Haushalte von der entspannten Wohnungsmarktlage profitieren können.
Im Rahmen einer Fallstudie in Wilhelmshaven, einer schrumpfenden Stadt in Westdeutschland, wurden drei Fragestellungen untersucht: 1. die schrumpfungsspezifischen Bedingungen der Entscheidung bei einem innerstädtischen Umzug; 2. das Zusammenwirken des Handelns von Anbietern und Nachfragern auf einem entspannten Wohnungsmarkt und seine Konsequenzen für die Wohnungssuche; 3. der Zusammenhang zwischen innerstädtischen Umzügen und der wahrgenommenen sozialräumlichen Entwicklung unter Schrumpfungsbedingungen. Dazu wurden kommunalstatistische Daten ausgewertet und leitfadengestützte Interviews mit Nachfragern und Anbietern auf dem lokalen Wohnungsmarkt geführt.
In der Fallstudie wurden charakteristische, miteinander verknüpfte Fortzugsbedingungen ermittelt. Dabei vollziehen sich viele Umzüge unabhängig von Stadtschrumpfung als Folge von Ereignissen im Lebenslauf. Darüber hinaus konnten zentrale schrumpfungsspezifische Rahmenbedingungen identifiziert werden. Dazu zählen die Kostensensitivität vieler Haushalte, der Zustand vieler Wohnungen und Konflikte in der Nachbarschaft. Das große Angebot an freien Wohnungen im entspannten Markt stellt sich als ermöglichender, nicht als auslösender Faktor für einen Umzug dar.
Die Untersuchung hat ferner gezeigt, dass sich im Zusammenspiel von Anbietern und Nachfragern auf dem Wohnungsmarkt die Rahmenbedingungen der Wohnstandortsuche verändern. Durch Investitionsentscheidungen, Verhandlungsbereitschaft und veränderte Anforderungen an Interessenten passen sich die Anbieter in unterschiedlichem Maße an die gewandelten Strukturen an. Dabei wirken sich die Schrumpfungsbedingungen nicht einseitig förderlich auf Umzüge aus. Das Handeln einiger Anbieter begünstigt jedoch die Entscheidung für einen Umzug.
Für benachteiligte Haushalte stellt der entspannte Wohnungsmarkt eine Chance dar, die jeweilige Wohnsituation zu verbessern. Entsprechend wird in der Fallstudie keine erzwungene Sesshaftigkeit von benachteiligten Haushalten festgestellt, sondern stattdessen eine Diffusion in Quartiere, die im angespannten Markt statushöheren Haushalten vorbehalten waren. Zum Teil folgen aus solchen Zuzügen wiederum Fortzüge der ansässigen Bevölkerung, weil sie die neue Nachbarschaft als statusniedriger wahrnimmt.
Jeder innerstädtische Zuzug bedeutet unter Schrumpfungsbedingungen an anderer Stelle Einwohnerverluste. Es ist daher wichtig, dass schrumpfende Kommunen Vorstellungen darüber entwickeln, wie innerhalb der Stadt Schrumpfung und Wachstum verteilt werden kann. Voraussetzung für solche Überlegungen ist aber die grundsätzliche Einsicht, dass die zukünftige Stadtentwicklung in vielen Städten dauerhaft durch Schrumpfung geprägt sein wird.

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