Köhler, Thomas Frank: Procalcitonin zur Steuerung der Antibiotikatherapiedauer bei operativen Intensivpatienten. - Bonn, 2009. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-18899
@phdthesis{handle:20.500.11811/3878,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-18899,
author = {{Thomas Frank Köhler}},
title = {Procalcitonin zur Steuerung der Antibiotikatherapiedauer bei operativen Intensivpatienten},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2009,
month = nov,

note = {Auf einer Intensivstation ist bei Patienten mit systemischen Entzündungszeichen und der Vermutung einer bakteriellen Ursache die Indikation zum sofortigen Beginn einer angemessenen antibiotischen Behandlung gegeben. Jede Verzögerung verschlechtert deutlich das Outcome und die Überlebenschancen.
Die korrekte Diagnosestellung wird dadurch erschwert, dass die Zeichen einer systemischen Entzündungsreaktion unspezifisch und bei vielen Intensiv­patienten anzutreffen sind, auch ohne dass eine mikrobielle Ursache vorliegt. Es gibt keinen spezifischen Laborwert, der eine bakterielle Infektion hinreichend genau anzeigen würde. Ein eindeutiger mikrobiologischer Nachweis einer bakteriellen Infektion innerhalb der geforderten ersten Stunde bis zum Beginn einer Antibiotikatherapie ist derzeit praktisch kaum möglich und gelingt auch im weiteren Verlauf oft nicht.
Für die optimale Zeitdauer einer antibiotischen Therapie gibt es aktuell, mit Ausnahme einiger spezieller Erkrankungen, in der Literatur keine konkreten Angaben, wohl auch, weil eine adäquate Therapiedauer von sehr vielen unter­schiedlichen Faktoren abhängig ist und dementsprechend jeweils individuell angepasst werden müsste.
Eine nicht indizierte oder unnötig lange fortgesetzte Antibiotikatherapie begünstigt die Selektion von Problemkeimen, die Zunahme von Pilzinfektionen, das Auftreten von Neben- und Wechselwirkungen und erzeugt Kosten.
Durch viele Studien wurde nachgewiesen, dass Procalcitonin geeignet scheint, zwischen einer nichtinfektiösen systemischen Entzündungsreaktion und einer bakteriell bedingten Sepsis zu differenzieren.
Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wurde geprüft, ob Procalcitonin geeignet ist, die Dauer einer Antibiotikatherapie bei operativen Intensivpatienten zu steuern. Es konnte gezeigt werden, dass die Dauer der Antibiotikatherapie deutlich und – im geringeren Ausmaß – die Verweildauer auf der Intensivstation ohne nachteilige Auswirkungen für die Patienten verringert werden konnten.
Für die Zukunft ist zu hoffen, dass weitere Studien verlässliche Grenzwerte und Algorithmen für Therapieentscheidungen bei verschiedenen Infektions­situationen hervorbringen.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/3878}
}

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