Gallitzendörfer, Rainer: Erzeugung und Charakterisierung eines Hepatoma-derived Growth Factor (HDGF) -defizienten Mausmodells. - Bonn, 2011. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-26311
@phdthesis{handle:20.500.11811/5032,
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author = {{Rainer Gallitzendörfer}},
title = {Erzeugung und Charakterisierung eines Hepatoma-derived Growth Factor (HDGF) -defizienten Mausmodells},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2011,
month = sep,

note = {Der Hepatoma-derived growth factor (HDGF) bildet zusammen mit den ihm verwandten Proteinen (HRP-1-4 und LEDGF) eine Familie großer, proteinerger Wachstumsfaktoren. Aufgrund seiner ausgeprägten Expression während der Embryogenese verschiedener Organe, darunter Herz, Niere, Leber, Lunge, Darmtrakt und Gehirn, wird eine wichtige Funktion dieses Faktors während der normalen Entwicklung angenommen. Neben seiner initial identifizierten mitogenen Eigenschaften ist HDGF auch an der Modulation von Signalwegen des programmierten Zelltodes beteiligt.
Im Rahmen dieser Arbeit wurde erstmals eine transgene Mauslinie generiert, die defizient für HDGF ist. Mit deren Hilfe wurden die Auswirkungen der Inaktivierung von HDGF auf die normale Entwicklung der Maus charakterisiert und die in zahlreichen Studien beschriebene Bedeutung dieses Faktors auf Proliferation und Apoptose untersucht.
Initial wurden Abschnitte des murinen HDGF-Gens mittels PCR amplifiziert und subkloniert. Unter Verwendung dieser Sequenzabschnitte des HDGF-Gens wurden zwei Austauschvektoren hergestellt, die (i) einen konstitutiven Reportergen-Knock-in mit verstärkt grün fluoreszierenden Protein (EGFP) sowie (ii) einen konditionalen Reportergen-Knock-in mit monomerem rot fluoreszierenden Protein (mRFP) ermöglichen sollten.
Nach homologer Rekombination des konstitutiven Targeting-Vektors in murinen embryonalen Stammzellen und anschließender Blastozysten-Injektion wurden transgene Mäuse erhalten, in denen der Bereich von Exon 2 bis Exon 6 des HDGF-Gens durch die kodierende Sequenz von EGFP derart ersetzt wurde, dass anstelle von HDGF ein funktionelles Reporterfusionsprotein aus den ersten 31 Aminosäuren des HDGF-Proteins und EGFP (HATH1-31-EGFP) unter der Kontrolle des endogenen HDGF-Promotors exprimiert wurde.
Analysen an diesen transgenen Mäusen zeigten, dass neben der Deletion von HDGF die Expression des HATH1-31-EGFP-Reporterproteins zur Lokalisation HDGF-exprimierender Organe in der Maus genutzt werden konnte. Durch direkten Nachweis des Reporterproteins HATH1-31-EGFP und nachfolgende immunhistochemische Analysen konnte im Auge eine Expression von HDGF in der Cornea, dem Linsenepithel und sowohl in der inneren als auch der äußeren Körnerzellschicht der Retina identifiziert werden. Interessanterweise war HDGF in den beiden Körnerzellschichten in unterschiedlichen Zellkompartimenten lokalisiert. Neben dem Auge zeigten distinkte Areale der Milz eine Expression von HATH1-31-EGFP. Diese Bereiche konnten der weissen Pulpa zugeordnet werden. Ausgehend von diesen neuen Erkenntnissen konnte HATH1-31-EGFP in peripheren CD3+, CD4+- und CD8+ T-Lymphozyten nachgewiesen werden. Unterschiede im CD4/CD8-Ratio, und daraus resultierende Auswirkungen der HDGF-Defizienz auf das Immunsystem, wurden nicht beobachtet. Detaillierte histologische Untersuchungen gaben entgegen den Ergebnissen verschiedener Studien keine Hinweise auf eine essentielle Rolle von HDGF während der Entwicklung verschiedener Organe. Darüber hinaus wurden in Verhaltenstests keine neurologischen Auffälligkeiten festgestellt. Auf Grundlage dieser Ergebnisse konnte erstmals mit Hilfe eines HDGF-defizienten Mausmodells gezeigt werden, dass die Entwicklung der defizienten Tiere ohne die Ausprägung eines offensichtlichen Phänotyps verläuft und HDGF für das normale Wachstum der Maus entbehrlich ist.
In Zellkulturversuchen konnte schließlich an primären dermalen Fibroblasten der Beweis erbracht werden, dass der Verlust von endogenem HDGF keine Auswirkungen auf das Proliferationsvermögen, den Zellzyklus und die Sensitivität gegenüber exogen zugefügtem HDGF hatte. Ebenso reagierten primäre dermale Fibroblasten, denen HDGF per se fehlt, nicht empfindlicher gegenüber Apoptose induzierenden Stimuli oder oxidativem Stress.},

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}

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