Utz, Karl-Heinz: Untersuchungen über Veränderungen der Interkuspidationsposition und der terminalen Scharnierachsenposition nach dem Einfügen von Totalprothesen. - Bonn, 2014. - Habilitation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-38642
@phdthesis{handle:20.500.11811/5949,
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author = {{Karl-Heinz Utz}},
title = {Untersuchungen über Veränderungen der Interkuspidationsposition und der terminalen Scharnierachsenposition nach dem Einfügen von Totalprothesen},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2014,
month = dec,

note = {Das Ziel der klinisch-experimentellen Untersuchungen bestand in der Klärung der Frage, welche Verlagerungen bei Totalprothesen nach der Eingliederung zu beobachten sind und ob bzw. wann eine sekundäre Remontage des Zahnersatzes erfolgen soll.
Zu diesem Zweck benutzten wir ein Messgerät, welches mit elektronischen Messuhren die Lageänderungen der Artikulatorkondylen beidseits im Kondylarbereich dreidimensional und rechnergestützt erfasste.
Zur Eingrenzung der verfahrensbedingten bzw. der labortechnischen Fehler bestimmten wir zunächst experimentell verschiedene Reproduzierbarkeitsbereiche, die die Montage von Modellen betreffen. Dazu zählen die Montage mit dem Dentatus®-Messzylinder (0,03 +/- 0,03 mm, n = 20), die Befestigung der Montageplatten (0,05 +/- 0,06 mm, n = 536), die Montage der unteren Prothesen in Dentatus®-Artikulatoren (0,2 +/- 0,2 mm, n = 42) und das Einschleifen des Zahnersatzes (0,3 +/- 0,3 mm, n = 83).
Zur Abschätzung der klinisch-methodischen Fehler wurden in einer begleitenden Untersuchung bei 40 Patienten Messungen der Reproduzierbarkeit der Stützstiftregistrierung bei der Remontage der Prothesen durchgeführt. Hier waren gleichmäßig in alle Raumrichtungen streuende Messwerte von etwa 0,3 +/- 0,2 mm im Kondylarbereich zu verzeichnen.
Im eigentlichen Untersuchungsabschnitt führten wir bei 85 Patienten mit Totalprothesen nach achsiographischer Darstellung der individuellen terminalen Scharnierachsen direkt bei der Eingliederung eine sekundäre Remontage mit dem zentralen Stützstiftverfahren durch.
Im Mittel nach 19 Tagen konnten bei unseren Patienten 71 der bereits vermessenen Prothesen ein zweites Mal sekundär remontiert werden. Nach diesem Zeitpunkt lagen die Diskrepanzen zwischen der terminalen Scharnierachsenposition und der Interkuspidationsposition für alle Raumrichtungen bei 0,5 +/- 0,5 mm. Diese Differenzen werden mit großer Wahrscheinlichkeit hauptsächlich durch die neuromuskuläre Umstellung des mastikatorischen Systems und die Einlagerung der Prothesen in die Schleimhaut bewirkt.
Etwa ein Jahr danach erfolgte die dritte Vermessung bei 26 der Patienten, die auch an dem ersten und zweiten Untersuchungsabschnitt teilgenommen hatten. Wir konnten eine Verlagerung der Artikulatorkondylen gegenüber der Ausgangsposition in sagittaler Richtung von 0,6 +/- 0,4 mm und in vertikaler Richtung von 0,9 +/- 0,7 mm feststellen. Diese Diskrepanzen führen wir weitgehend auf die Auswirkungen der Resorption der Kieferknochen bzw. der Abrasion der Zähne zurück.
Die Untersuchungen machen erstmals die Größenordnung der Positionsveränderungen der Prothesen nach der Eingliederung in Bezug zu einer definierten Ausgangsposition des Unterkiefers dreidimensional deutlich. Sie zeigen, dass die Okklusion bei Vollprothesen keine statische, sondern eine dynamische Beziehung darstellt. Sie verändert sich im Laufe der Zeit in individuell sehr unterschiedlicher Größenordnung. Die Resultate deuten weiter darauf hin, dass nach der Eingliederung der Totalprothesen zunächst adaptive Prozesse im Bereich des Teguments und des mastikatorischen Systems zu einer Positionsänderung der Prothesen führen. Im Anschluss an diese Phase gewinnen die resorptiven Veränderungen der Alveolarfortsätze und die Abrasion der Kunststoffzähne den Haupteinfluss auf die sich verändernde Lage der Prothesen zueinander. Nicht zuletzt weist die Untersuchung deshalb auf die Bedeutung sowohl der sekundären Remontage des Zahnersatzes als auch auf die Wichtigkeit eines regelmäßigen Recalls von Vollprothesenträgern hin. Es werden praktische Hinweise gegeben.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/5949}
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