Egg, Matthias Leo: Krankenfürsorge im Spannungsfeld von Medizin, Glauben und Gesundheitspolitik : Die Gemeinschaft der Missionshelferinnen, 1952–1994. - Bonn, 2015. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-39754
@phdthesis{handle:20.500.11811/6304,
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title = {Krankenfürsorge im Spannungsfeld von Medizin, Glauben und Gesundheitspolitik : Die Gemeinschaft der Missionshelferinnen, 1952–1994},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2015,
month = nov,

note = {Die vorliegende Studie nimmt für den Zeitraum von den Vorbereitungsmaßnahmen zur Gründung der Gemeinschaft der Missionshelferinnen im Jahr 1952 bis zu deren Ausscheiden aus dem Missionsärztlichen Institut Würzburg im Jahr 1994 die von ihr betreuten Gesundheitseinrichtungen und Missionshospitäler in Afrika und Asien in den Blick. Der Gemeinschaft der Missionshelferinnen gehörten Frauen aus den Gesundheitsberufen an und sie war Teil des Missionsärztlichen Instituts Würzburg. Die Korrespondenz zwischen den Gesundheitsfachkräften vor Ort und der koordinierenden Stelle in Würzburg stellt das zentrale Archivmaterial dieser Studie dar. Über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten zeigen sich darin dynamische Transformations- und Adaptationsprozesse von Begriffen, Verhaltensmustern, Konzepten und Strategien der handelnden Akteure und Institutionen sowie eine Neuausrichtung kirchlicher Gesundheitsarbeit.
In dieser postkolonialen Studie aus dem Querschnittsbereich der Geschichte zur Entwicklungszusammenarbeit, der Missionsmedizingeschichte und der außereuropäischen Krankenhausgeschichte werden folgende Themenfelder untersucht: Missionshospitäler während und nach der Dekolonialisierung, katholische Missionsmedizin, Frauen als Trägerinnen des missionsärztlichen Gedankens, religiös motivierte Gesundheitsfachkräfte in der Entwicklungszusammenarbeit und die Krankenpflege als Teil der Missionsmedizin.
Das Verhältnis der kirchlichen Gesundheitseinrichtungen zu staatlichen Institutionen war bestimmt von dem Wunsch nach Kooperation unter Wahrung der Eigenständigkeit der Gesundheitseinrichtungen. Im Zuge des Wandels des Missionsmedizinbegriffes gewann der medizinisch-krankenpflegerische Aspekt an Bedeutung. Missionskrankenhäuser etablierten sich und beförderten sowohl eine Bürokratisierung als auch einen Aufschwung der Krankenversorgung in den Gesundheitseinrichtungen der postkolonialen Mission. Kirchliche Gesundheitseinrichtungen waren Vertreter der Modernisierungstheorie und wurden zu einem integralen Bestandteil der Entwicklungszusammenarbeit. Im Zuge des Wandels des Entwicklungsbegriffes wurde die kurative Medizin in den Missionskrankenhäusern um das Gesundheitskonzept der Primary health care ergänzt. Dabei konkurrierten beide Konzepte. Der Wandel des Entwicklungsbegriffes beförderte darüber hinaus die Übergabe von Aufgaben- und Verantwortungsbereichen an einheimisches Personal innerhalb der Missionshospitäler und Gesundheitsprojekte. Die Missionshospitäler waren Orte des Wissensaustausches und der Ausbildung. So wurden Ausbildungsstätten geschaffen, in denen das Wissen westlicher Medizin und Krankenpflege vermittelt wurde. Die Preispolitik der kirchlichen Gesundheitseinrichtungen war aus karitativen Gründen nicht wirtschaftlich und führte sowohl zu einer Abhängigkeit von ausländischen Geldgebern als auch zu Konflikten mit anderen Gesundheitsanbietern. Typisch für die kirchlichen Gesundheitseinrichtungen war der hybride Charakter aus Medizin und christlichem Glauben. Unabhängig von der Religionszugehörigkeit wurden alle Personen in den kirchlichen Gesundheitseinrichtungen behandelt. Missionsstrategische Überlegungen der Missionsdiözesen nahmen Einfluss auf die Planung der Krankenhäuser. Bei der Auswahl des Personals war die medizinische Qualifikation entscheidend. Gleichzeitig wurde eine Achtung der Ausrichtung als katholisches Missionskrankenhaus vom Personal eingefordert. Eine Affinität kirchlicher Gesundheitseinrichtungen für die Lepraarbeit, die Gynäkologie und die Geburtshilfe ist zu konstatieren. Unterschiede bei Gesundheits- und Krankheitsvorstellungen zwischen den Anhängern traditioneller Heilkunde und denen westlicher Medizin erschwerten den Aufbau krankenhauszentrierter Gesundheitsversorgung und die Umsetzung medizinischer Programme im Bereich der Primary health care.
Karitative und entwicklungspolitische Denkmuster lagen dem medizinischen Handeln zugrunde, wobei im untersuchten Zeitraum stärker entwicklungspolitisch orientierte Ansätze zu beobachten sind. Missionshospitäler und kirchliche Gesundheitseinrichtungen waren in jedem Falle ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitssysteme vor Ort.},

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