Krämer, Michael: Verbesserung der Befundinterpretation bei forensisch-toxikologischen Fragestellungen am Beispiel von Prothipendyl, Cannabinoiden und neuen psychoaktiven Substanzen : Bedeutung von Metaboliten und Referenzdaten. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-56948
@phdthesis{handle:20.500.11811/8252,
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author = {{Michael Krämer}},
title = {Verbesserung der Befundinterpretation bei forensisch-toxikologischen Fragestellungen am Beispiel von Prothipendyl, Cannabinoiden und neuen psychoaktiven Substanzen : Bedeutung von Metaboliten und Referenzdaten},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2020,
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note = {Für eine umfassende forensisch-toxikologische Interpretation von Substanznachweisen in biologischen Matrizes bedarf es einer fundierten Datenlage. Neben pharmakologischen bzw. toxikologischen Eigenschaften der Substanzen werden insbesondere Vergleichskonzentrationen in entsprechenden Körpermatrizes benötigt. Auch die Analyse von Stoffwechselprodukten oder anderen Begleit- bzw. Markersubstanzen (Biomarkern) kann hilfreich sein. Die dieser Dissertationsschrift zugrundeliegenden Studien befassen sich mit den Möglichkeiten der Verbesserung forensisch-toxikologischer Befundinterpretationen an den Beispielen Prothipendyl, Cannabinoiden und neuen psychoaktiven Substanzen.
Durch in vitro Versuche wurden wesentliche Stoffwechselwege des Neuroleptikums Prothipendyl untersucht. In einer weiteren Studie wurden zudem typische Serumkonzentrationen von Prothipendyl und dessen Stoffwechselprodukt Prothipendyl-Sulfoxid nach oraler Prothipendyl-Aufnahme ermittelt, die als Bewertungsgrundlage für die forensisch-toxikologische Befundinterpretation herangezogen werden können.
Bei rechtlich relevanten Vergehen unter Cannabiseinfluss stellt sich häufig die Frage nach dem letztmaligen Konsumzeitpunkt. Insbesondere bei zuvor chronischen Konsumenten kann sich die Beantwortung dieser Fragestellung anhand analytischer Resultate jedoch schwierig gestalten. Δ9-Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC) kann aufgrund seiner Lipophilie, ggf. in Form von Konjugaten mit Fettsäuren, in Geweben akkumulieren und infolge dessen (selbst oder in Form seiner Metaboliten) auch über einen verlängerten Zeitraum in Blut und Urin nachweisbar sein. Das Vorkommen von zwei synthetisierten Fettsäureestern (Δ9-THC-Palmitinsäure-Ester und 11-Hydroxy-Δ9-THC-Palmitinsäure-Diester) in Körpergeweben und -flüssigkeiten nach Cannabiskonsum konnte nicht aufgezeigt werden.
Weitere Cannabinoide oder deren Stoffwechselprodukte könnten als Marker für einen kurz zurückliegenden Cannabiskonsum in Betracht kommen. Um dies näher zu untersuchen, wurden Plasmaproben von Cannabiskonsumenten hinsichtlich 13 weiterer Cannabinoide (neben Δ9-THC und dessen Metaboliten) untersucht und die Untersuchungsergebnisse im Hinblick auf deren mögliche Eignung als Marker für einen zeitnah erfolgten Cannabiskonsum diskutiert. Für das Cannabinoid Cannabidiol konnte weiterhin ein decarbonyliertes Derivat als Stoffwechselprodukt in in vitro Versuchen nachgewiesen werden.
Die Befundinterpretation im Falle sogenannter neuer psychoaktiver Substanzen (NPS) ist oftmals durch eine vergleichsweise begrenzte Datenlage erschwert. Für die Begutachtung von Fällen mit Verdacht auf eine tödliche Intoxikation mit NPS wurde eine Zusammenfassung der in der wissenschaftlichen Literatur beschriebenen und mit dem Gebrauch von NPS assoziierten Todesfällen erstellt. Eine zusätzlich publizierte Fallserie thematisiert mögliche Wirkungen des synthetischen Cannabinoids 5F-ADB bzw. das mit der Aufnahme dieser Substanz einhergehende Risiko.},

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