Voget, Renate: Verschüttete Dimensionen der Mimesis bei Max Ernst 1912–1925. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-57586
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note = {1919 gilt als ein Wendejahr in der deutschen Kunstgeschichte, in dem sich eine scheinbare Rückkehr vollzog: Hatte die Mehrheit der Künstler avantgardistischer Bewegungen vor dem Ersten Weltkrieg noch abstrakte Werke geschaffen, widerrief sie die Abstraktion nach dessen Ende und kehrte zu einer figurativen Gestaltungsweise zurück.
Der ›neue Stil‹ wurde in der kunsthistorischen Forschung seit 1922 mit Epochenbegriffen belegt, die die formalen Gestaltungsmerkmalen der Werke in den Vordergrund stellten: Magischer Realismus, Neuer Naturalismus, Verismus, Neue Sachlichkeit, Neo-Klassizismus oder Nach-Expressionismus sind nur einige dieser Bezeichnungen. Die Vielzahl der Terminologien, ihre vorrangige Befassung mit der figurativen Wiedergabe von Realität sowie die unbefriedigenden Erklärungsversuche für den Ursprung dieser vermeintlichen ›Umkehr‹ verweisen auf das Desiderat, das zugrundeliegende Phänomen unter einem neuen Blickwinkel zu betrachten.
Am Beispiel des Künstlers Max Ernst (1891–1976) wird unter Berücksichtigung von Parallelerscheinungen in der bildenden Kunst das o.g. Forschungsnarrativ untersucht. Dazu gliedert sich die Arbeit in drei Teile (1912–1914, 1914–1918, 1919–1925). Die Analyse seiner Kunstwerke vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg ergibt, dass sich der Künstler nicht allein mit Gestaltungsfragen zur formalen Darstellbarkeit von seiner Gegenwart befasste, sondern sich in einer wesentlich umfassenderen inhaltlichen Reflexion mit dem Verhältnis von Kultur zu Natur auseinandersetzte. In der Dissertation werden diese erweiterten Ebenen der Nachahmung von Natur in einem Kunstwerk als ›Verschüttete Dimensionen der Mimesis‹ verstanden.
Aufgrund dieses Ergebnisses erfolgt die Schlussfolgerung, dass die Kanonisierung des Phänomens als Stil-Epoche weiter problematisiert werden muss. Sie muss um das Verständnis für die prinzipielle Offenheit der avantgardistischen Künstler gegenüber formalen Gestaltungsmöglichkeiten und damit einhergehend der Ambiguität ihrer individuellen künstlerischen Praxis’ von Mimesis sowohl vor, wie auch während und nach dem Ersten Weltkrieg erweitert werden.},

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