Vučur, Corinna: Multiprofessionelles Medikationsmanagement für ambulante Patienten mit intravenös applizierter Tumortherapie. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-60136
@phdthesis{handle:20.500.11811/8746,
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author = {{Corinna Vučur}},
title = {Multiprofessionelles Medikationsmanagement für ambulante Patienten mit intravenös applizierter Tumortherapie},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2020,
month = nov,

note = {Bei ambulanten Tumorpatienten ist die Arzneimitteltherapiesicherheit eine stetige Herausforderung. Ein multiprofessionelles Medikationsmanagement kann zu einer angemessenen Arzneimitteltherapie und einem fehlerfreien Medikationsprozess beitragen. Ziele dieser Arbeit waren zum einen die Untersuchung der Machbarkeit eines multiprofessionellen Medikationsmanagements allgemein für ambulante Patienten mit soliden Tumoren und zum anderen die Ermittlung des Bedarfs für ein multiprofessionelles Medikationsmanagement speziell für ambulante Patienten mit Kopf-Hals-Karzinom. Beide Studien wurden monozentrisch in der Onkologischen Tagesklinik des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) am Universitätsklinikum Bonn durchgeführt.
In der Machbarkeitsstudie erhielten alle Patienten ein multiprofessionelles Medikationsmanagement, bestehend aus einem Basismodul mit zentralen Komponenten einer Medikationsanalyse und Ergänzungsmodulen zum Nebenwirkungsmanagement von Nausea und Emesis, Mukositis sowie Fatigue, für einen Zeitraum von maximal sechs aufeinanderfolgenden Therapiezyklen. Primäre Endpunkte waren Umsetzung und Akzeptanz des multiprofessionellen Medikationsmanagements im Versorgungsalltag. Die Umsetzungstreue wurde anhand definierter Prozessparameter abgebildet und die Akzeptanz wurde anhand entwickelter Fragebögen erhoben. Sekundäre Endpunkte waren die patientenberichtete Toxizität, die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die Patientenzufriedenheit mit der Information zur Tumorbehandlung. Insgesamt erhielten 21 Patienten mit soliden Tumoren das multiprofessionelle Medikationsmanagement. Das durchschnittliche Alter betrug 57,6 Jahre und 66,7 % der Patienten waren weiblich. Im Studienzeitraum erreichten die durchgeführten Patientengespräche mit über 75 % und die erstellten Medikationspläne mit über 80 % eine adäquate Umsetzungstreue. Am häufigsten wurde das Modul Nausea und Emesis angewendet, gefolgt von den Modulen Mukositis und Fatigue. Grundsätzlich erreichte das multiprofessionelle Medikationsmanagement bei den teilnehmenden Patienten sowie den ausführenden Ärzten und Pflegekräften eine hohe Akzeptanz. Verbesserungspotential besteht bei der aktiven Integrierung der Heilberufler und bei der nachhaltigen Implementierung in den Versorgungsalltag.
In der Bedarfsstudie wurden bei allen Patienten retrospektiv Medikationsanalysen zu sieben festgelegten Zeitpunkten durchgeführt. Dabei dienten Medikationsdaten, die patientenberichtete Toxizität sowie Vitaldaten und Laborparameter als Informationsquellen. Primärer Endpunkt waren Art und Häufigkeit der arzneimittelbezogenen Probleme, darunter potentielle arzneimittelbezogene Probleme mit Interventionsbedarf (iABP) sowie neu aufgetretene bzw. wieder aufgetretene potentielle arzneimittelbezogene Probleme mit Interventionsbedarf (iABPneu). Sekundäre Endpunkte waren die Komplexität der Arzneimitteltherapie, die patientenberichtete Toxizität, die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die Patientenzufriedenheit mit der Information zur Tumorbehandlung. Insgesamt wurden bei 26 Patienten mit Kopf-Hals-Karzinom retrospektiv Medikationsanalysen durchgeführt. Das durchschnittliche Alter betrug 58,9 Jahre und 80,8 % der Patienten waren männlich. Die durchschnittliche Anzahl der iABP erhöhte sich kontinuierlich im Therapieverlauf, von 0,6 iABP pro Patient vor Tumortherapiebeginn auf 6,9 iABP pro Patient im fünften Therapiezyklus. Im ersten Therapiezyklus wurden durchschnittlich 4,3 iABPneu pro Patient erfasst, im weiteren Therapieverlauf durchschnittlich zwischen 1,3 und 1,9 iABPneu pro Patient. Dabei dominierten im Therapieverlauf die Kategorien „Indikation ohne Arzneimittel“, „Interaktion zwischen Arzneistoffen“, „Kontraindikation aufgrund von Erkrankungen und Allergien“, „Nebenwirkung“ sowie „Ungeeignete bzw. unzweckmäßige Arzneimittelauswahl“. Die häufigsten schwerwiegenden Symptome im Therapieverlauf waren Schluckbeschwerden, Mundtrockenheit, Schmerzen sowie Fatigue. Außerdem sank die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patienten.
Die in dieser Arbeit dargelegten Ergebnisse signalisieren die Machbarkeit und den Bedarf eines multiprofessionellen Medikationsmanagements für ambulante Patienten mit intravenös applizierter Tumortherapie. Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen die Weiterentwicklung der erprobten Intervention und die Durchführung größerer Studien zum Wirksamkeitsnachweis.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/8746}
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