Mölle, Jochen Gerhard: Zur Bedeutung von Amphibienlarven für die Populationsentwicklung des Gemeinen Gelbrandkäfers Dytiscus marginalis, L. 1758. - Bonn, 2001. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-00627
@phdthesis{handle:20.500.11811/1717,
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author = {{Jochen Gerhard Mölle}},
title = {Zur Bedeutung von Amphibienlarven für die Populationsentwicklung des Gemeinen Gelbrandkäfers Dytiscus marginalis, L. 1758},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2001,
note = {Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern Amphibienlarven sich auf die Populationsentwicklung und Verbreitung des Gemeinen Gelbrandkäfers Dytiscus marginalis auswirken können. Dazu wurden in drei getrennten Untersuchungsgebieten und im Labor zahlreiche Indizien für eine eventuelle Abhängigkeit des Käfers von diesen Beutetieren überprüft.
Im Freiland konnten u.a. die Verbreitungsmuster und Fluktuationen beider Tiergruppen präzise dokumentiert werden. Dies geschah ohne Unterbrechung von 1992 bis 2000 in 7 Gewässern einer südlich von Bonn gelegen Agrarlandschaft und von 1995 bis 1997 in 9 Gewässern in einem westlich von Bonn gelegenen Staatsforst. Dafür wurde eine besonders struktur- und tierschonende Lebendfangmethode, die sog. Auftauchfalle, konstruiert. Für die statistische Abschätzung der Käferpopulationen wurde eine der Biologie des D.°marginalis und den vorliegenden Erfassungsmöglichkeiten angepaßte robuste Fang-Markierungs-Wiederfang-Methode für langfristige Schätzungen mit kleinen Stichproben entwickelt.
Zur Überprüfung der in den ersten beiden Untersuchungsgebieten beobachteten Verteilungsmuster wurden 1998 noch zusätzlich die betreffenden Tierbestände in 26 Kleingewässern dreier etwa 50 km entfernt gelegener Mittelgebirgstäler erfaßt.
Zwecks vergleichender Untersuchungen unter definierten Bedingungen wurde eine Batterie von 24 gleichartigen Versuchsaquarien aufgestellt. Dort wurden die Entwicklungserfolge kleiner D.°marginalis-Larven-Populationen bei unterschiedlichem Nahrungsangebot ermittelt. Außerdem wurde in diesen Aquarien nach Unterschieden bzw. Gemeinsamkeiten der Phänologien verschiedener Dytiscus-Arten im Vergleich zu heimischen Anuren gesucht.
Die Freilanderhebungen lieferten gleiche Verbreitungsmuster des Käfers mit der Summe der frühzeitig im Jahr ablaichenden Froschlurcharten Bufo bufo, Rana temporaria und Rana dalmatina in allen drei Untersuchungsgebieten. Besonders in den künstlich angelegten Kleinteichen der Agrarlandschaft konnte präzise die Synchronverteilung des Räubers mit den Kaulquappen dieser drei Beutetierarten sowie ihr gemeinsames Verschwinden im Verlauf der Untersuchungen dokumentiert werden.
Die Laboruntersuchungen zeigten, daß die gemeinsamen Verbreitungsmuster dieser Tiergruppen auf eine direkte Abhängigkeit der Käferlarven von den Kaulquappen der betreffenden Arten zurückzuführen sind. So hing in den Versuchsaquarien der Entwicklungserfolg einer Dytiscus-Larven-Population stets ausschließlich von der Dichte der Amphibienlarven ab und wurde durch den Kannibalismus der Käferlarven selbstreguliert.
Weiterhin konnte sowohl im Freiland als auch im Labor eine präzise Adaptierung der Entwicklungszeiten des D.°marginalis an jene der frühzeitig ablaichenden Froschlurche beobachtet und als direkte Anpassung des Käfers beschrieben werden. Außerdem wurde die im Vergleich mit interspezifischen Nahrungskonkurrenten ausgesprochen gute und nachhaltige Ressourcennutzung des Gelbrandkäfers dokumentiert.
Diese und alle weiteren hier untersuchten Indizien sprechen eindeutig dafür, daß der D.°marginalis zwar ein breites Nahrungsspektrum nutzen kann, für seine Larvalentwicklung aber unbedingt auf Amphibienlarven angewiesen ist. Der große Erfolg dieser Käferart ist darin begründet, daß sie sich im Gegensatz zu anderen Arten ihrer Gattung auf die ebenfalls besonders häufigen und weit verbreiteten „Frühlaicher“ unter den Froschlurchen spezialisiert hat. Dafür wurden weitere Anpassungsstrategien entwickelt, von denen einige hier aufgedeckt werden konnten.},

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