Nicolay, Claudia: Modellierung der aktiven Tastsensibilität natürlicher Zähne. - Bonn, 2005. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-06730
@phdthesis{handle:20.500.11811/2347,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-06730,
author = {{Claudia Nicolay}},
title = {Modellierung der aktiven Tastsensibilität natürlicher Zähne},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2005,
note = {In der Zahnmedizin wird die feine Tastsensibilität natürlicher Zähne seit langem beschrieben. Hierzu durchgeführte Experimente dienten in erster Linie dazu, Schwellenwerte zu bestimmen. Die Modellierung der Tastsensibilität über verschiedene Tastfoliendicken hinweg mittels mathematischer Funktionen war hingegen nicht von Interesse. Die vorliegende Arbeit schließt diese Lücke.
Ausgangsbasis der Überlegungen bildete die grundlegende Arbeit zur Tastsensibilität natürlicher Zähne von Tryde et al. aus dem Jahr 1962. Deren experimenteller Ansatz wurde so modifiziert, dass eine mathematische Modellierung der Daten möglich war. Es flossen sowohl Überlegungen aus der statistischen Wahrscheinlichkeitstheorie der Verallgemeinerten Linearen Modelle als auch der Theorie psychophysischer Funktionen aus der Psychophysik in die Planung des neuen Experimentes mit ein.
Die Datenbasis bildeten insgesamt N=70 Versuche von 65 Probanden aus Bonn und Bern, die in den Jahren 2001 und 2002 an dem Experiment teilnahmen. Die Daten jedes einzelnen Versuches wurde getrennt modelliert. Jeder dieser N=70 Versuche bestand hierbei aus 160 Einzelexperimenten. Es wurden insgesamt acht verschiedene Modelle hinsichtlich ihrer Modellierungseigenschaften untersucht, vier Modelle mit zwei zu schätzenden Parametern und vier Modelle mit drei zu schätzenden Parametern. Die Tastfoliendicke wurde sowohl untransformiert als auch logarithmiert in die Modelle integriert. Anhand verschiedener Gütekriterien, die auf Devianz-Residuen und mittlerer Devianz basieren, wurde eine erste Auswahl geeigneter Modelle getroffen. Diese wurden dann mittels Simulationen über die gesamte Stichprobe von N=70 weiter reduziert.
Das asymmetrische, 2-parametrische cloglog-Modell mit logarithmierter Tastfoliendicke stellte sich als das am besten geeignete Modell zur Beschreibung der Tastsensibilität natürlicher Zähne heraus. In der Psychophysik wird es als Weibull-Modell bezeichnet. Eine Analyse der zahnmedizinischen Daten ergab etwas niedrigere Werte für den 50%-Wert (Schwellenwert) als bisher beschrieben. Als zusätzliche Parameter neben dem 50%-Wert können der Supportbereich, sowie weitere Größen, wie z.B. die Steigung im 50%-Wert oder die stärkste Steigung aus dem Modell abgeleitet werden.
Es stellt sich die Frage, ob das Weibull-Modell nur als beschreibendes oder auch als mechanistisches Modell im Hinblick auf die zahnmedizinischen Daten angesehen werden kann. Insgesamt gesehen ist es ein adäquates Modell, aber wahrscheinlich zu simpel, da Adaptationsprozesse, Lerneffekte und andere Formen nichtstationärer Prozesse hierin nicht berücksichtigt werden.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/2347}
}

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