Bitter, Kerstin: Geriatrische Medikationsanalyse für Pflegeheimbewohner durch öffentliche Apotheken. - Bonn, 2020. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-58551
@phdthesis{handle:20.500.11811/8376,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-58551,
author = {{Kerstin Bitter}},
title = {Geriatrische Medikationsanalyse für Pflegeheimbewohner durch öffentliche Apotheken},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2020,
month = may,

note = {Pflegeheimbewohner sind häufig von Polymedikation und damit einhergehenden arzneimittelbezogenen Problemen (ABP) betroffen. Medikationsanalysen können die Angemessenheit der Medikation bei Älteren verbessern. Mit der Geriatrischen Medikationsanalyse sollte eine niedrigschwellige Intervention für Heimbewohner geschaffen werden, die die bereits vorhandenen Versorgungsstrukturen nutzt und dadurch in der Regelversorgung möglichst schnell und leicht umsetzbar ist. Dabei nahmen heimversorgende Apotheker eine zentrale Rolle ein. Die Geriatrische Medikationsanalyse wurde als eine Medikationsanalyse vom Typ I konzipiert, bei der den Apothekern neben der aktuellen Gesamtmedikation der Heimbewohner auch die Dosierungen aus der Heimdokumentation und die Verordnungshistorie auf Basis von Routinedaten der AOK Rheinland/Hamburg (AOK) als Informationsquellen zur Verfügung standen. Die Patienten waren Versicherte der AOK über 65 Jahren mit fünf und mehr dauerhaft verordneten Arzneimitteln.
Ziele der Studie waren die Beurteilung der Machbarkeit der Intervention in der Regelversorgung anhand identifizierbarer und lösbarer ABP sowie die Analyse der Akzeptanz unter den heimversorgenden Apothekern. Insgesamt wurde die Medikation von 94 Heimbewohnern untersucht. Durchschnittlich dokumentierten die Apotheker für jeden Heimbewohner 1,6 ABP. Bei diesen handelte es sich vor allem um Arzneimittelinteraktionen (40,3 %), potentiell inadäquate Medikation im Alter (PIM; 15,6 %) und ungeeignete Dosierungen (13,6 %). Fast jedes dritte ABP wurde durch die Apotheker gelöst. In Abhängigkeit von der intervenierenden Apotheke variierte der Anteil umgesetzter Maßnahmen zur Lösung der ABP zwischen 11 und 88 %. Die Akzeptanzanalyse ließ eine hohe Zufriedenheit der Apotheker sowie eine gute Zusammenarbeit mit den Pflegeheimen erkennen.
Durch ein im Rahmen der Studie entwickeltes Referenzsystem sollten zudem Erkenntnisse über die Qualität der Medikationsanalysen der Apotheker gewonnen werden. Diese zeichneten sich durch eine hohe Richtigkeit detektierter ABP (97 %) und eine zuverlässige Detektion schwerwiegender Interaktionen und PIM aus. Gleichzeitig zeigte das Referenzsystem für einige Apotheken das Potential zur Qualitätsverbesserung hinsichtlich der Vollständigkeit ihrer Medikationsanalysen.
Im Rahmen dieser Arbeit wurde außerdem ein Instrument zur Erhebung der Symptomlast entwickelt und erprobt, welches möglicherweise zukünftig als patientenberichteter Endpunkt in Bezug auf einen potentiellen Effekt von Interventionen bei Heimbewohnern eingesetzt werden kann.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass durch die Geriatrische Medikationsanalyse zahlreiche ABP bei Pflegeheimbewohnern durch heimversorgende Apotheker detektiert und gelöst werden können. Damit bietet diese Intervention die Möglichkeit, die Arzneimitteltherapiesicherheit bei Pflegeheimbewohnern zu verbessern.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/8376}
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