Bott, Annelie: Die Zulieferverflechtungen von Volkswagen de México : Ein Beispiel für die Raumwirksamkeit von Globalisierungs- und Restrukturierungsprozessen. - Bonn, 2009. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-16932
@phdthesis{handle:20.500.11811/4048,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-16932,
author = {{Annelie Bott}},
title = {Die Zulieferverflechtungen von Volkswagen de México : Ein Beispiel für die Raumwirksamkeit von Globalisierungs- und Restrukturierungsprozessen},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2009,
month = mar,

note = {Können ausländische Unternehmen im Zuge von Globalisierungsprozessen zu einer Verringerung der starken räumlichen Disparitäten in einem Schwellenland wie Mexiko beitragen? Um dies zu überprüfen, werden in der vorliegenden Arbeit die Konsequenzen untersucht, die Globalisierungs- und damit häufig einhergehende betriebliche Restrukturierungsprozesse für die Zulieferverflechtungen eines ausländischen Unternehmens und seine Raumwirksamkeit in Mexiko haben.
Im Rahmen einer Einzelfalluntersuchung wird eine Längsschnittanalyse des Bezugs von Produktionsmaterial durch Volkswagen de México in 5 Stichjahren verteilt über einen Zeitraum von 1986 bis 2002 durchgeführt. Diese sich über mehr als ein Jahrzehnt, mehrere Modellwechsel und einen wirtschaftpolitischen Paradigmenwechsel erstreckende Analyse gelingt dank des Aufbaus einer homogenen unternehmensspezifischen Datenbasis. Sie stützt sich auf Angaben von Volkswagen de México zu Produktionsort und Auftragshöhe der einzelnen Lieferanten ebenso wie auf leitfragengestützte Experten- und Lieferanteninterviews.
Abgesehen von den durch die Längsschnittanalyse möglichen Aussagen zur Pfadabhängigkeit wirtschaftlichen Handelns berücksichtigt die Untersuchung auch dessen Kontextualität. Zu diesem Zweck erforscht sie die für die Ausgestaltung der Zulieferbeziehungen bedeutsamen Einflussfaktoren. Besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Rolle, die die verschiedenen Dimensionen von Nähe für die Standortentscheidung von Unternehmen haben, und leistet damit auch einen Beitrag zur Diskussion um regionale Produktionscluster.
Insbesondere der Bezug von Produktionsmaterial aus unmittelbarer Nähe um das Volkswagenwerk in Puebla herum erlebt im Untersuchungszeitraum einen explosionsartigen Anstieg. Hierfür ist zum einen ein starker Produktionsanstieg bei Volkswagen de México selber verantwortlich, zum anderen eine zunehmende Lokalisierung der Zulieferbeziehungen. Bei dieser wird die Vorleistungsproduktion zunehmend aus dem Ausland nach Mexiko verlagert und auch innerhalb Mexikos löst sich das räumliche Muster der Zulieferverflechtungen von Volkswagen de México von der großräumigen Standortverteilung der mexikanischen Industrie.
Ursache hierfür sind zum einen unter dem Druck von Globalisierungsprozessen einsetzende branchenspezifische Veränderungen, durch die sich die Anforderungen von Volkswagen de México an seine Lieferanten deutlich wandeln. Zum anderen ist die Verlagerung der Vorleistungsproduktion nach Mexiko das Ergebnis veränderter wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen. Eine dritte Ursache sind unternehmensspezifische Faktoren bei Volkswagen de México, wie dessen eigenes, sehr spezifisches Standortverhalten und seine Kapitalherkunft. In Verbindung mit dem Wunsch weniger nach räumlicher als vielmehr institutioneller Nähe der Lieferanten prägen sie maßgeblich das räumliche Muster der Zulieferverflechtungen innerhalb Mexikos. Sie sind daher dafür verantwortlich, dass die durch Globalisierungsprozesse veränderten Zulieferverflechtungen von Volkswagen de México zwar eine große Raumwirksamkeit entfalten, aber nicht zu einem über das zentrale Hochland von Mexiko und die Entlastung von Mexiko-Stadt hinausgehenden Abbau großräumiger Disparitäten beitragen können.
Darüber hinaus lassen die vorliegenden Untersuchungsergebnisse darauf schließen, dass sich die auf Produktionsmaterialverflechtungen beruhenden regionalen Netzwerkstrukturen im Großraum Puebla/Tlaxcala aufgrund der starken Einbindung von Volkswagen de México und seiner Lieferanten in globale Produktionsnetzwerke auch am Ende des Untersuchungszeitraums weitgehend auf vertikale, für einen Industriekomplex typische Verflechtungsstrukturen v.a. mit den direkten Lieferanten beschränken.
Insgesamt zeigen die vorliegenden Ergebnisse damit, wie wichtig bei der Diskussion über die räumliche Wirkung von Globalisierungsprozessen die ausreichende Berücksichtigung der stark von der Kapitalherkunft geprägten Unternehmensspezifika ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn wie im Falle von Volkswagen de México der Beitrag global agierender Unternehmen zur Entstehung regionaler Produktionscluster erörtert wird. Gerade hierbei bedarf der Clusterbegriff zudem eines sehr differenzierten Einsatzes.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/4048}
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